Das seltene Chikungunya-Virus hat bereits viele Todesopfer gefordert. Obwohl der Ausbruch nun zurückzugehen scheint, wird Reisenden geraten, präventive Maßnahmen gegen Stechmückenstiche zu ergreifen.Die Autoren eines Fallberichts in „The Lancet“ warnen Reisende vor dem seltenen Chikungunya-Virus auf Inseln im Indischen Ozean. Das Chikungunya-Virus wird von Stechmücken übertragen und verursacht Fieber, Gelenks- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Hautausschläge. Die Symptome erscheinen vier bis sieben Tage nach dem infektiösen Stich, und obwohl die Krankheit meist nicht lebensbedrohlich verläuft, haben 12% der Patienten noch drei Jahre nach der Infektion chronische Gelenksschmerzen. Zwischen dem 1. Januar und dem 2. März 2006 wurden auf Inseln des Indischen Ozeans 77 Todesscheine ausgestellt, die das Chikungunya-Virus als Todesursache angaben.
Forscher an der Medical Outpatient Clinic der Universität von Lausanne wurden aufgefordert, die Öffentlichkeit zu informieren, ob geplante Reisen zu Inseln im Indischen Ozean durchgeführt werden können, nachdem an ihrer Klinik eine Frau mit Chikungunya-Fieber behandelt wurde. Die Frau, deren Symptome und Behandlung in der Fallstudie beschrieben werden, war kürzlich von einem Ferienaufenthalt auf Mauritius zurückgekommen.
Obwohl der Ausbruch nun zurückzugehen scheint, raten die Autoren Reisenden, präventive Maßnahmen gegen Stechmückenstiche zu ergreifen. Sie empfehlen ebenfalls, dass anfällige Personen wie schwangere Frauen, Familien mit kleinen Kindern und Personen über 70 Jahre momentan nicht in diese Gegenden reisen sollten.
In einem Begleitkommentar schreibt Devendra Mourya vom National Institute of Virology in Indien: „Der momentane Ausbruch scheint schwerer zu sein als bisherige Ausbrüche, weil so viele Patienten Komplikationen entwickeln und sogar von Todesfällen berichtet wird. Es besteht ein Krankheitsrisiko für eine große Personenzahl, besonders für Reisende aus Regionen, in denen diese Erkrankung nicht vorkommt.“
Quelle: D Mourya, B Genton: Chikungunya Virus. Lancet 2006;
368: 186–187