Impfstoffe und Impfung aus einer ärztlichen Hand erspart „Impflingen“ Umweg über die Apotheke–Brettenthaler: Gewinn an Komfort und Sicherheit
Für patientenfreundliche Änderungen bei der Medikamentenversorgung tritt die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) ein. Demnach sollen Impfstoffe und andere Medikamente, die etwa unmittelbar der Schmerzbekämpfung dienen, vom Arzt direkt abgegeben und angewendet werden. Dadurch ersparen sich Patientinnen und Patienten oft mühsame Umwege in die Apotheke, um ein Medikament selbst zu besorgen.
Die direkte Anwendung von Impfstoffen bedeute einen „wesentlichen Gewinn an Komfort und Sicherheit für die Patienten“, so ÖÄK-Präsident Reiner Brettenthaler Dienstag in einer Aussendung. Denn gerade bei Präventionsmaßnahmen müsse man alles unternehmen, um es der Bevölkerung so einfach wie möglich zu machen. Brettenthaler: „Die Patientensicherheit und die Wirksamkeit stehen bei den Impfungen absolut im Vordergrund.“ Im weiteren, so der Ärztepräsident, sei prinzipiell nicht einzusehen, wieso ein überholungsbedürftiges Arzneimittel-Versorgungssystem kranke und nicht selten alte Menschen im Kreis schicke, bevor sie die unmittelbar erforderliche Behandlung, zum Beispiel eine Schmerzinfusion beim Arzt erhielten. „Das ist eine der unverständlichen Schikanen, die den Zugang zur Gesundheitsbetreuung unnötig erschweren“, kritisierte Brettenthaler. Er unterstützt daher auch eine seit Beginn des Jahres laufende Initiative der Ärztekammer für die Steiermark. Dort werden insbesondere Impfstoffe von den „Impfärzten“ direkt angewendet.
Die bisher geltende Vorgangsweise bei Impfungen war umständlich: Patientinnen und Patienten mussten zum Arzt, der Impftauglichkeit und Indikation feststellte, ein Rezept schrieb, mit dem dann der Patient in die Apotheke ging, um den Impfstoff zu besorgen. Nach entsprechender Verzögerung kam er zum Arzt zurück, der die Impfung durchführte. Brettenthaler: „Mit dieser Praxis sind auch Risken verbunden, denn die sachgemäße Lagerung bei richtiger Temperatur ist entscheidend, ob eine Impfung in der Folge auch wirkt oder nicht.“ Durch die direkte Anwendung von Impfstoffen beim Arzt gebe es für ’Impflinge’ nur noch einen Weg und auch mehr Sicherheit, da die Einhaltung der ’Kühlkette’ gewährleistet sei.
Der Ärztepräsident empfiehlt auch den anderen Bundesländern, bei der direkten Anwendung von Impfstoffen oder anderen Injektionen dem Vorbild der Ärztekammer für Steiermark zu folgen.