In den Wintermonaten vermehrt auftretende, akute Atemwegsinfektionen sind zu zirka 70% viral bedingt. Dabei kann es zum Befall der oberen Atemwege wie Nase, Nebenhöhlen und Mundhöhle sowie zu einer Beteiligung der unteren Atemwege kommen. Weil Antibiotika lediglich gegen bakterielle Infektionen wirken, sind sie bei Erkältungen und akuten viralen Bronchitiden in der Regel nicht indiziert. Doch die Verschreibungsrealität sieht anders aus: antimikrobielle Substanzen werden weitaus häufiger verordnet als sie indiziert sind. Die Folgen: Unnötige Nebenwirkungen, hohe Kosten und Resistenzentwicklungen.
Differenzialdiagnose: viraler vs. bakterieller Infekt
Die Mehrzahl der Infekte der oberen Atemwege und der akuten infektiösen Bronchitiden wird primär durch Viren (z.B. Rhino- und humane Coronaviren) verursacht. Im weiteren Verlauf kann es jedoch im viral geschädigten Gewebe zu einer bakteriellen Sekundärinfektion (Superinfektion) kommen, die in bestimmten Fällen einer antibiotischen Therapie bedarf. Eine gesicherte Unterscheidung ist jedoch erschwert, weil die Symptomatik viraler und bakterieller Infekte ähnlich ist: Behinderte Nasenatmung, Schnupfen sowie eine meist zusätzlich auftretende Reizung von Pharynx und Larynx können sowohl Anzeichen für Viren als auch für Bakterien sein. Ebenso das allgemeine Krankheitsgefühl, das oft mit Prodromi in Form von Glieder- und Kopfschmerzen sowie erhöhter Körpertemperatur einhergeht. Auch der in einigen Fällen gegen Ende der Erkrankung einsetzende, nichtproduktive Husten kann auf beide Erregergruppen zurückzuführen sein. Hilfreich für eine richtungsweisende Diagnose sind das Leitsymptom für bakterielle Atemwegsinfekte, eine gelblich-grüne Verfärbung von Nasensekret und Auswurf, sowie später einsetzendes Fieber und eine zunehmende Verschlechterung des Allgemeinzustands. Mikrobiologin Dr. Béatrice Grabein von der Universität München: „Weil eine klinische Untersuchung zumeist keine eindeutigen Hinweise auf die zu Grunde liegenden Erreger gibt, mikrobiologische Laborergebnisse jedoch erst nach 48 bis 72 Stunden vorliegen, kann in der Praxis die Bestimmung des CRP im Serum einen wertvollen Beitrag zur besseren Unterscheidung zwischen viraler und bakterieller Ätiologie leisten“.
Virale Infekte – symptomatische Therapie
Eine virale Infektion der oberen Atemwege setzt einen komplexen Mix von Entzündungsbotenstoffen frei. Sie erzeugen die lästigen Erkältungssymptome wie Schnupfen und Schmerzen. Der dadurch entstehende hohe Leidensdruck löst beim Patienten häufig Furcht vor einer schwereren Erkrankung sowie den Wunsch nach einer kausalen Therapie aus. Bis heute gibt es jedoch keine Möglichkeit, das Auftreten einer viralen Erkältung medikamentös zu verhindern oder ihre Dauer zu beeinflussen. Im Gegensatz zur aktuellen Verschreibungspraxis rechtfertigt die Indikationsstellung der weitaus meisten Atemwegsinfektionen keine Antibiotika-Therapie, weil sie zu zirka 70 Prozent viral bedingt sind. „Rezeptfreie, zur symptomatischen Behandlung gegebene Medikamente aus der Apotheke wie Aspirin® Complex können den Körper jedoch entlasten und das beeinträchtigte Wohlbefinden der Patienten erheblich steigern“, so Apothekerin Dr. Sabine Grunthal aus Bad Honnef. Eine Post-Marketing-Surveillance-Studie(1) bestätigte, dass die Fixkombination aus Acetylsalicylsäure und Pseudoephedrin die meist zeitgleich auftretenden Leitsymptome der Erkältung – Schnupfen, behinderte Nasenatmung und Schmerzen – rasch lindert und von 82 Prozent der Befragten als „gut“ oder „sehr gut verträglich“ bewertet wird. Acetylsalicylsäure wirkt außerdem fiebersenkend und entzündungshemmend. Auf diese Weise werden die Beschwerden gelindert und der Selbstheilungsprozess unterstützt.
Bakterielle Infekte – effektives Antibiotikum
Akute bakterielle Infektionen, die in Folge einer viralen Erkältung entstehen, müssen bei vorher Gesunden nicht zwingend antibiotisch behandelt werden. Im Gegensatz dazu stehen jedoch akute Exazerbationen einer chronischen Bronchitis (AECB). Während primär bakterielle Bronchitiden bei Lungengesunden selten sind, treten sie bei vorbestehenden bronchopulmonalen Schädigungen sehr häufig auf. Derartige chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) sind sehr viel weiter verbreitet als bislang vermutet, so das Ergebnis einer aktuellen, für Deutschland repräsentativen Studie(2): Demnach ist bereits jeder fünfte Raucher - oft ohne es zu wissen - an einer chronisch obstruktiven Bronchitis erkrankt. „Für solche Risikopatienten brauchen wir, ebenso wie für ältere Menschen oder Patienten mit Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder koronarer Herzerkrankung, einen möglichst sicheren Therapieerfolg“, erklärt der Hanauer Pneumologe Dr. Manfred Möller. Geeignet für die Therapie der AECB, akuten bakteriellen Sinusitis und der ambulant erworbenen Pneumonie ist ein bakterizides und rasch wirksames Breitband-Antibiotikum wie Moxifloxacin. Der moderne Wirkstoff zeichnet sich durch ein breites Wirkspektrum gegen die zu erwartenden Erreger und eine rasche Verbesserung der klinischen Symptome aus. Seine gute Gewebegängigkeit und die schnelle und effektive Keimeradikation sorgen für hohe Heilungsraten. Die MOSAIC Studie(3) hat ferner gezeigt, dass Moxifloxacin die langfristige Prognose bei chronischen Bronchitiden verbessern könnte, indem es die Zeit bis zur nächsten akuten Exazerbation (AECB) gegenüber der Therapie mit anderen Antibiotika signifikant verlängert. „Um einer fortschreitenden, im weiteren Verlauf möglicherweise lebensbedrohlichen Schädigung des Lungengewebes bei chronischen Patienten vorzubeugen, ist die Streckung der exazerbationsfreien Intervalle von großer Bedeutung“, so Möller. Moxifloxacin Tabletten werden über einen Zeitraum von fünf bis zehn Tagen einmal täglich eingenommen und verfügen damit auch über hervorragende Compliance-Faktoren.
Quelle: Bayer Vital
Litertur:
(1) U. Gessner, M. Petersen-Braun: AWB Aspirin Complex, Pharm.Ztg 2005; 38
(2) H. Geldmacher, K. Urbanski, A. Herbst, M. Allison, W. Vollmer, A. Buist, T. Welte: Burden of Obstructive Lung Disease (BOLD)-Studie, Pneumologie 2007; 61
(3) Wilson R et al: Moxifloxacin oral mit oralen Standardantibiotika als first-line Therapie bei ambulanten Patienten mit einer akuten infektiösen Exazerbation einer chronischen Bronchitis (MOSAIC). 2004