Die Schweiz ist das achte Land in Westeuropa, das die Impfung gegen humane Papillomaviren(HPV) zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen sowie anderer Erkrankungen im Genitalbereich, die durch humane Papillomviren (HPV) hervorgerufen werden, für Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren empfiehlt.
Für Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren wird außerdem während einer Übergangsphase ein Catchup-Impfprogramm empfohlen, das auf eine Dauer von 5 Jahren angelegt ist. Über eine Impfung von Frauen im Alter ab 20 Jahren soll im Einzelfall entschieden werden. Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) betont, dass eine medizinisch-ökonomische Analyse für die Impfung gegen humane Papillomviren im Vergleich zu anderen schweizerischen Impfprogrammen ein „sehr günstiges“ Kosten-Nutzen-Verhältnis ergeben habe. Die Behörde weist zudem darauf hin, dass die Impfung eine Massnahme zur Primärprävention darstellt, die die Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ergänzen, aber nicht ersetzen kann.
Nach Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Norwegen, Luxemburg und Belgien ist die Schweiz damit das achte westeuropäische Land, das eine HPV-Impfempfehlung ausgesprochen hat. Die Entscheidungen bezüglich Empfehlung und Finanzierung der Impfprogramme wurden von den zuständigen Behörden durchweg nach einer sehr viel kürzeren Entscheidungsphase getroffen, als dies bei Impfstoffen gegen andere Erkrankungen normalerweise der Fall ist. Der quadrivalente, gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 gerichtete Impfstoff ist der einzige in Europa zugelassene Impfstoff zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs, dessen Vorstufen und weiteren Erkrankungen im Genitalbereich, die durch diese vier HPV-Typen bedingt sind (einschließlich präkanzeröser Läsionen der Vulva und Genitalwarzen).
„Wir sind sehr erfreut über die rasche Entscheidung der schweizerischen Behörden“, so Didier Hoch, Präsident von Sanofi Pasteur MSD. „Trotz Früherkennungsuntersuchungen sterben in Europa noch immer jährlich 15 000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Außerdem werden bei hunderttausenden Frauen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs oder andere HPV-bedingte Erkrankungen im Genitalbereich diagnostiziert, darunter Vulva- und Vaginalkarzinome und deren Vorstufen sowie Genitalwarzen. Angesichts des großen medizinischen Bedarfs und der hohen Qualität der von uns vorgelegten Daten hat die EU den quadrivalenten HPV-Impfstoff nach nur neunmonatiger Überprüfung zugelassen, statt wie sonst üblich nach 13 bis 15 Monaten. Wir sind sehr erfreut, dass die Gesundheitsbehörden erkannt haben, dass eine rasche Umsetzung der Impfprogramme äußerst wichtig ist.“
Medizin für die Frau 3/07