Durch verbesserte Hygienebedingungen ist Hepatitis A in Österreich selten geworden. Weltweit gesehen ist die Krankheit, die eine akut verlaufende Entzündung der Leber verursacht, jedoch eine der häufigsten Infektionskrankheiten.
Durch vermehrte Reisetätigkeit wird Hepatitis A, im Volksmund auch als „Reisehepatitis“ bezeichnet, jedoch wieder zunehmend in Österreich beobachtet. Um eine Ausdehnung der schwerwiegenden Krankheit einzudämmen, empfiehlt Univ. Prof. Dr. Edward Penner, Vorstand der Ambulanz für Gastroenterologie und Hepatologie an der Universitätsklinik Wien, die gezielte Impfung von gewissen Bevölkerungsgruppen, die in der Lebensmittelbranche oder aber in der Abfallwirtschaft und Abwasserentsorgung tätig sind, da hier die Ansteckungsgefahr sehr hoch ist.
„In Österreich und den Ländern Nord- und Mitteleuropas werden derzeit wenige Fälle von Hepatitis A verzeichnet, die Zahl der Neuinfektionen kann aber rasch steigen“, erläutert Prof. Penner, „Denn Hepatitis A ist eine hoch ansteckende Erkrankung, die durch Schmier- und Kontaktinfektionen mit virushaltigen Ausscheidungen in Nahrungsmitteln, in Flüssigkeiten oder auf Gegenstände übertragen wird.“
Risikogruppen als potenzielle Überträger
Besonders gefährdet, sowohl als „Opfer“ als auch als Überträger einer Infektion, sind daher Personen, die Lebensmittel herstellen, mit der Entsorgung von Fäkalien oder Müll beschäftigt sind (z.B.: Müllmänner oder Kanalräumer) oder engen Kontakt mit erkrankten Menschen haben (z.B.: ÄrztInnen, Pflegepersonal oder KindergärtnerInnen).
Ein anschauliches Beispiel für die hohe Infektionsgefahr, die von Hepatitis A ausgeht, gab es Anfang dieses Jahres in einem Supermarkt in der Stadt Salzburg, wo Hepatitis A-Viren nachgewiesen werden konnten. Ein Mitarbeiter der Fleischabteilung hatte sich mit dem Virus infiziert und bis zum Ausbruch der Krankheit – bei Hepatitis A meist etwa ein Monat nach der Infektion - im Lebensmittelgeschäft gearbeitet. Bislang sind in der Stadt Salzburg nun bereits 20 Krankheitsfälle bekannt geworden.
Eindämmung der Krankheit durch selektive Impfaktion
Als wirksamster Schutz vor einer Ansteckung mit Hepatitis A gilt die aktive Schutzimpfung. Prof. Penner dazu: „Um einer Hepatitis A- Erkrankung wirksam vorzubeugen, ist es nicht notwendig, die gesamte Bevölkerung durch zuimpfen. Obwohl dies in einem reichen Land wie Österreich durchaus möglich wäre. Viel sinnvoller ist es, die so genannten „Risikogruppen“ zu immunisieren. Das Vorgehen der Sanitätsbehörde ist hier verwunderlich. Man fragt sich, warum Berufsgruppen, die bekanntermaßen als risikobehaftet gelten, nicht schon vorher immunisiert wurden.“
Mit der Impfung der genannten Risikogruppen könnte die Ausbreitung der Krankheit mit kleinstmöglichem Aufwand verhindert und ein umfassender Schutz für die Bevölkerung erreicht werden.
Reisende ohne Impfschutz besonders gefährdet
Hepatitis A kommt besonders in Afrika, Asien und Lateinamerika, aber auch noch in Südeuropa und den Mittelmeerländern vor. Die Mehrheit aller in Österreich registrierten Hepatitis A-Fälle sind Touristen aus diesen Ländern. Die hochinfektiöse Erkrankung ist in ihrer akuten Phase von unangenehmen Symptomen wie schwerer Übelkeit, starkem Erbrechen, heftigen Bauchschmerzen, hohem Fieber und Gelenksschmerzen gekennzeichnet. Dazu kommen die gelbliche Verfärbung der Haut, die dunkle Verfärbung des Urins und die Aufhellung der Farbe des Stuhls. Nach der Ansteckung mit dem Hepatitis A-Virus dauert es etwa einen Monat, bis die Krankheit ausbricht. Im Gegensatz zu Hepatitis B und C heilt Hepatitis A jedoch meist ohne ernsthafte Komplikationen nach vier bis acht Wochen aus. Schutz vor der Ansteckung bieten penible Hygienemaßnahmen und eine Impfung gegen die Krankheit.
Quelle: Fischill PR