INFEKTIONEN
Auszeichnung für ZK-Impfstoffentwicklung [21.09.2007]

 

Der Heidelberger Anita- und Cuno-Wieland-Preis 2007 wurde an den Heidelberger Krebsforscher Professor Dr. Lutz Gissmann verliehen für die Entwicklung des ersten Impfstoffes gegen eine Krebserkrankung - das Zervixkarzinom (ZK).

Der mit 50.000 Euro dotierte Anita- und Cuno-Wieland Preis 2007 ist an Professor Dr. Lutz Gissmann, den Leiter der Abteilung "Genomveränderun-gen und Cancerogenese" am Forschungsschwerpunkt "Infektion und Krebs" des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) Heidelberg, ver-liehen worden. Im Rahmen der Heidelberg/Mannheimer Onkologietage im DKFZ überreichte am 14. September Professor Dr. Dr. Jürgen Debus, Ärztli-cher Direktor der Klinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie des Uni-versitätsklinikums Heidelberg, die Urkunde. Der Anita- und Cuno-Wieland Preis wird von einer Stiftung getragen, die aus dem Nachlass eines ehemaligen Oberarztes der Klinik für RadioOnko-logie und Strahlentherapie (früher Czernyklinik) gegründet wurde. Mit dem Preis sollen herausragende klinisch-onkologische Forschungsarbeiten gewürdigt werden. Professor Gissmann ist der fünfte Preisträger.

Professor Gissmann wurde für seine Verdienste um die Prävention von Tumoren ausgezeichnet. Seine herausragenden wissenschaftlichen Arbei-ten ermöglichten die Entwicklung des Impfstoffes gegen Gebärmutterhals-krebs - der weltweit erste Impfstoff, der gezielt zur Vorbeugung einer Krebserkrankung entwickelt wurde. In Kooperation mit den US-amerikanischen National Institutes of Health gelang es Gissmann und Kollegen, auf der Basis eines isolierten Virus-Gens große Mengen an nicht infektiösen Viruspartikeln („virus like particles“, VLP) herzustellen. Diese Partikel sind als Impfstoff ideal, da sie wegen der nahezu identischen Struktur vom Immunsystem wie „echte“ Viren behandelt werden.

Der Impfstoff richtet sich gegen die beiden wichtigsten krebserregenden Warzenviren-Typen HPV (humane Papillomviren) 16 und HPV18, außerdem gegen die Genitalwarzen (Condylomata acuminata) verursachenden Typen HPV6 und 11 und schützt vor rund 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutter-halskrebs. In Deutschland ist der Impfstoff seit 2006 zugelassen. Pro Jahr erkranken in Deutschland rund 6500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 1762 Frauen verstarben 2003 an der Erkrankung.

Kontakt: Professor Dr. Dr. Jürgen Debus Tel.: 06221 / 56 8201; E-Mail: juergen.debus@med.uni-heidelberg.de
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