INFEKTIONEN
Chronische Pankreatitis - ein Résumé [11.10.2007]

 

In 70% der Fälle ist Alkoholabusus für die chronische Pankreatitis verantwortlich zu machen. Weitere wichtige Ursachen sind chronische Gallensteinleiden, Gendefekte, Normabweichungen der Pankreasgänge, Medikamente und Stoffwechselstörungen. Clinical Evidence bewertete die Wirksamkeit von Therapiemaßnahmen.

Die Bewertung des Magazins erfolgte hinsichtlich Schmerzminderung, Symptombesserung, Folgekrankheiten der exokrinen Insuffizienz, Verbesserungen der Lebensqualität, Reduktion von Komplikationen und Nebenwirkungen.

Alkoholabusus
Das Vermeiden von Alkoholabusus wird als „wahrscheinlich nützlich“ bewertet, da aus ethischen Gründen keine Studien hierzu vorliegen, die dies belegen könnten.

Fettarme Diät
Auch von „unklarer“ Wirksamkeit ist eine fettarme Diät. Zwar liegen auch hierzu keine entsprechenden Studien vor, doch kann eine Diät die Steatorrhoe verbessern, so klinische Richtlinien. Erhalten Patienten jedoch Pankreasenzymsupplemente, ist eine Fettreduktion nicht nötig. Diese ist entsprechend „wahrscheinlich nützlich“, reduziert aber nicht die Schmerzen im Vergleich zu Placebo. „Unklar“ wirksam ist die Supplementation mit Kalzium und Vitaminen/Antioxidantien. Kalziumgaben spielen in der klinischen Praxis meist keine Rolle. Allerdings sind Kalziumreduktionen bei Patienten mit assoziiertem Hyperparathyreoidismus oder Niereninsuffizienz sinnvoll. Aus klinischer Sicht können Patienten aufgrund des zugrunde liegenden Ernährungsdefizits von Vitamingaben profitieren, besonders wenn die Erkrankung mit schwerem Alkoholkonsum assoziiert wird.

Opioidanalgetika
Bei Opioidanalgetika ist der „Nutzen gegenüber dem Schaden“ abzuwägen. Tramadol ist nach einem klinischen Konsens das wirksamste orale Opoidanalgetikum in der Reduktion von Schmerzen bei chronischer Pankreatitis. Doch ist die Tramdoltherapie mit gastrointestinalen Nebenwirkungen assoziiert. Dieser Konsens stützt das Ergebnis einer kleinen Studie, wonach Tramadol Morphin in der Schmerzreduktion überlegen war. Unter Morphin traten zudem mehr Nebenwirkungen auf.

Weitere Therapiemaßnahmen
„Unklar“ ist die Wirksamkeit von Nervenblockaden zur Schmerzreduktion.
Die Abwägung von Nutzen zu Schaden trifft ebenso verschiedene invasive Behandlungen spezifischer Komplikationen wie die biliäre Dekompression, duktale Dekompression, pseudozystische Dekompression, Resektion (distale Pankreatektomie, Pankreatikoduodenektomie).

Quelle: HM Kocher: Chronic pancreatitis. Clin. Evid. 2007;09:0417
goto top of page

© Österreichische Gesellschaft für Antimikrobielle Chemotherapie
© Universimed New Media GmbH
A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Strasse 8

office@infektionsnetz.at

 

 

 

 

 

 

A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Straße 8