Angesichts sehr hoher Risiken einer Gelbfieberepidemie in acht zentral- und westafrikanischen Ländern leiten die Partner der GAVI Alliance eine Strategie ein, um die Krankheit zu bekämpfen.
Zur Unterstützung dieses Plans und zur Harmonisierung der Organisation effektiver vorbeugender Impfkampagnen gegen Gelbfieber, organisiert die Agence de Medecine Preventive (AMP - Agentur für präventive Medizin) einen ersten Seminar-Workshop, um führende Mitglieder des Gesundheitswesens in den acht Ländern mit hohem Epidemierisiko auszubilden.
Im Jahr 2005 wurden 206.000 Fälle von Gelbfieber in 12 Afrikanischen Ländern gemeldet (Benin, Burkina Faso, Kamerun, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Liberia, Mali, Nigeria, Senegal, Sierra Leone und Togo), was zu schätzungsweise 52.000 Todesfällen führte. Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO) schätzt, dass von 2006 bis 2050 zwischen 1,5 und 2,7 Millionen Menschen bei Gelbfieberepidemien umkommen werden, wenn keine vorbeugenden Impfungen vorgenommen werden.
Für die Krankheit, die in 20 bis 50 Prozent der Fälle tödlich verläuft, gibt es keine Behandlung. Ein sicherer Impfstoff ist verfügbar, der mit einer einzigen Injektion andauernden Schutz bietet.
Philippe Stoeckel, Präsident der AMP, bemerkte: "Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass zwischen 1934 und 1953 Gelbfieber, das jedes Jahr verheerende Epidemien auslöste, aufgrund einer systematischen präventiven Impfung der Bevölkerung im westlich frankophonen Afrika und Togo eliminiert wurde. Nach Ende dieser Kampagnen kehrten die Gelbfieberepidemien zurück."
"Gelbfieber hat auch weiterhin verheerende Auswirkungen auf viele afrikanische Nationen, obwohl bereits seit vielen Jahren ein sicherer Impfstoff existiert. Heute haben wir die Gelegenheit und die Verantwortung, die Lücke zwischen denjenigen, die sich die Impfung leisten können, und denjenigen, denen hierzu das Geld fehlt, zu schliessen. Wir müssen sicherstellen, dass jedes afrikanische Kind vor dieser Bedrohung geschützt wird; es ist eine Frage der Gerechtigkeit. GAVI unterstützt die bedeutenden laufenden Anstrengungen, um Gelbfieberimpfungen zu verstärken und diese Impfung in routinemässige Kleinkindimmunisierungsprogramme in Risikoländern einzuführen. GAVI engagiert sich dafür, mit all unseren Partnern zusammen zu arbeiten, sowohl global als auch vor Ort, um sicherzustellen, dass wir die Bedrohung des Gelbfiebers in Afrika besiegen. Wir dürfen diese Gelegenheit für eine gemeinsame Aktion und Erfolg nicht verstreichen lassen", bemerkte Julian Lob-Levyt, Executive Secretary der GAVI Alliance.
Der Seminar-Workshop in Bamako mit dem Titel "Planung und Organisation von präventiven Impfkampagnen gegen Gelbfieber" bietet Training für 56 Gesundheitsbeamte, die in acht der 12 Prioritätsländer in Zentral- und Westafrika (Benin, Burkina Faso, Kamerun, Elfenbeinküste, Guinea, Mali, Senegal und Togo) gegen Gelbfieber kämpfen.
Die WHO und UNICEF empfehlen die folgende Strategie:
1)Einführung einer Gelbfieberimpfung in Kleinkindimpfkalendern ab einem
Alter von 9 Monaten;
2)Durchführung vorbeugender Impfkampagnen, um schnell Immunität in
3)Bevölkerungen in Zonen mit hohem Risiko zu erreichen;
4)Epidemiologische Überwachung und Gegenmassnahmen bei Epidemien.