Um die aktuellen Entwicklungen des Infektionsgeschehens von HIV zu untersuchen, wurde vom Robert Koch Institut in Deutschland wieder eine epidemiologische Untersuchung durchgeführt. In den letzten Jahren (von 2001 bis 2006) stieg die Anzahl an HIV-Infektionen um 80% an.
Dabei muss aber beachtet werden, dass dieser enorme Anstieg auch auf eine erhöhte Testbereitschaft sowie auf die verbesserte Erkennung von Erstdiagnosen zurückgeführt werden kann. Laut RKI kann aufgrund der schwankenden Halbjahreszahlen nicht eindeutig bestimmt werden, ob die diagnostizierten HIV-Infektionen weiter ansteigen oder die Zahlen sich konsolidieren.
Bis Anfang September 2007 wurden insgesamt 1.334 HIV-Neudiagnosen gezählt, was einer Zunahme von 9% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2006 sowie einer Abnahme von 5% verglichen mit dem zweiten Halbjahr 2006 entspricht. Den größten Anteil bilden homosexuelle Männer mit 64%. Aufgrund dieser Ergebnisse, wird 2008 ein innovatives Präventionsprogramm speziell für homosexuelle Männer starten.
Bei den heterosexuellen Frauen zeigt sich verglichen mit dem Vorjahr eine deutliche Abnahme der HIV-Neudiagnosen; bei den heterosexuellen Männern ist kein Unterschied erkennbar. Die Anzahl der durch Drogengebrauch erworbenen HIV-Infektionen blieb unverändert. Weiters wurde ein Rückgang der Meldungen von HIV-Neudiagnosen bei Migranten aus Hochprävalenzländern berechnet. Das RKI gibt aber an, dass offen bleiben muss, „ob der Rückgang der Meldungen … vorwiegend auf einer verminderten Testung oder einer geringeren Zahl nach Deutschland gelangender Personen aus Hochprävalenzländern beruht.“
Bericht: Mag. Elisabeth Pipelka
Quelle: Robert Koch Institut, Epidemiologisches Bulletin vom 5. Oktober 2007