Die durch Plasmodium falciparum übertragene M. tropica ist trotz der seit vielen Jahren erhältlichen Antimalariamittel nach wie vor eine tödliche Bedrohung für die Gesundheit vieler Menschen in Entwicklungsländern und rückt näher in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit von klinischen Ärzten in Gebieten, die nicht zum natürlichen Habitat des Vektors Anopheles zählen
Bedingt durch die ständig wachsende interkontinentale Vernetzung mit immer effizienteren Transportmöglichkeiten ist die Malaria in europäischen Krankenhäusern kein Einzelfall mehr. Epidemiologische Studien zeigen dass sich schätzungsweise 148 Reisende pro Monat pro 10 000 Reisender in Endemiegebieten trotz Sicherheitsmassnahmen mit einer Form von Malaria infizieren. Das zeigt deutlich dass prophylaktischen Massnahmen wie Insektenspray, Moskitonetze, tropische Kleidung,. allein nicht ausreichen um einen verlässlichen Schutz zu gewährleisten.
Gleichzeitig entwickeln sich weltweit mehr und mehr Resistenzen gegenüber Antimalariamittel sodass man heute davon ausgeht dass nur neue, innovative Produkte eine zuverlässige Therapie von Malaria tropica gewährleisten können, respektive können werden. Die Geschichte pharmazeutisch geförderter Antimalariamittel beginnt mit Chloroquine in den frühen 50er Jahre mit einer aus vielerlei Hinsicht bemerkenswerten Substanz:
• Einfacher Gebrauch in wenigen Dosierungen
• Günstiger Preis (ca.10 cent/1x)
• Vergleichbar niedrige Nebebenwirkungen
Leider wurden diese drei Vorzüge durch die immer häufiger und ubiquitär auftretenden Resistenzen verdrängt. Der afrikanische Staat Malawi änderte 1993 im Zuge dieser Tendenz seine offizielle Malaria-Bekämpfunsstrategie und verzichtet seither auf den Einsatz von Chloroquine, was zur Folge hatte dass in Malawi die Zahl der Chloroquin-resistenten Malaria Fälle signifikant zurückging. Neueste molekular-epidemiologische Studien postulieren nun einen Zusammenhang zwischen der Mutation K76T und deren Verschwinden in P. falciparum in Malawi und einem Wiederansprechen von P.falciparum bei der Malariatherapie auf Chloroquin.
Die World Health Organisation (WHO) empfiehlt epidemiologische Strategien zur effektiven Bekämpfung von Malaria mit der Unterstützung von Industrieländern. Dies sollte durch den Einsatz von wirksamen aber teuren Antimalariamittel, wie Artemisinin-Derivaten ( aus der chinesischen Pflanze Qinghaoso ) erreicht werden. „Der alleinige Einsatz von Antimalariamitteln ist aber unzureichend“ so Experten der WHO, notwendig ist auch eine sichere Prophylaxe in Form von Insektiziden und mit Insektiziden präparierten Moskitonetzen. Epidemiologen und Forscher sind gleichermassen der Ansicht dass „ wir mit einer starken Führung und determinierten Ziel die notwendigen Mittel zur Verfügung haben um Malaria genauso erfolgreich, wie beispielsweise die Pocken, stoppen können“.
Dr. M. Wejbora