Vom 31. März bis zum 3. April fand in München, Deutschland, der "17th European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases" gemeinsam mit dem "25th International Congress of Chemotherapy" (ECCMID/ICC) statt. Wie schon in den Jahren zuvor war der ECCMID 2007 der größte und wohl bedeutendste Kogress zum Thema Infektionskrankheiten in Europa.
Die Konferenz, die rund 8 000 Experten aus der ganzen Welt nach München geführt hat, konnte ein breites Themengebiet abdecken, angefangen bei Diagnose und Prävention bis hin zu Epidemiologie, Pathogenese und Behandlung von Infektionskrankheiten. Spezielle Schwerpunkte wurden auf aufkommende Infektionen, einschließlich der Influenza, Antibiotikaresistenz und Infektionskontrolle gelegt.
Der gegenwärtige trend in der Infektiologie geht hin zu einem besseren und schnelleren Detektion und monitoring viraler Infektionen. Zahlreiche molekularbiologische Unternehmen konnten heuer eindrucksvoll vor Ort ihre direkten und undirekten Methoden zum Nachweis verschiedenster Viren wie EBV; HPV, CMV oder HCV präsentieren, und deren Einsatz im Routinelabor scheint immer näher zu rücken.
Ein Senken der Transmissionsrate von HIV wird gegenwärtig auch durch den Einsatz von Bioziden erprobt deren Wirkung intravaginal die Inaktivierung des HI-Virus ist. Aber auch auf dem Sektor der traditionellen Virustatika wurde das Armentarium der klassischen Substanzgruppen um eine neue Option erweitert: Maraviroc, das neuartige Medikament von Pfizer gegen HIV, senkt signifikant die Viruslast bei der Kombinationsbehandlung von unterschiedlich vorbehandelten Patienten indem die Viruspenetration über den CCR5-Rezeptor blockiert wird.
„Die Ergebnisse der zwei identischen Motivate - Studien sind bemerkenswert einheitlich und zeigen signifikante Senkungen bei der Viruslast und Anstiege der CD4-Zellen, wenn Maraviroc zum üblichen optimierten Behandlungsplan hinzugefügt wird", sagte Dr. Howard Mayer, Global Clinical Lead für das Maraviroc Development Program.
In beiden Studien konnte bei ungefähr zweimal so vielen Patienten, die mit Maraviroc plus optimierter Hintergrundtherapie (OBT) bei ein oder zweimal täglicher Verabreichung behandelt wurden, eine nicht nachweisbare Viruslast erzielt werden (<50 Kopien/ml HIV-RNA). Im Vergleich zu den Patienten, die Placebo und OBT:
• MOTIVATE-1, 42,2% bzw. 48,5% versus 24,6%;
• MOTIVATE-2, 40,8% bzw. 45,6% versus 20,9%)erhielten.