INFEKTIONEN
Elephantiasis in Ägypten bald ausgerottet?

 

Fünf Zyklen mit jährlichen medikamentösen Massenbehandlungen haben wahrscheinlich in den meisten Regionen Ägyptens jene Parasiten ausgerottet, die Elephantiasis auslösen.

Elephantiasis oder lymphatische Filariasis – eine ihre Opfer stark verunstaltende und gesundheitlich schwer beeinträchtigende Tropenkrankheit – wird durch eine Infektion mit parasitischen Würmern verursacht. Ägypten gehört zu den ersten Ländern, die ein staatliches Programm zur Bekämpfung der Krankheit eingeführt haben. Es beruht auf der von der Weltgesundheitsorganisation entwickelten Strategie wiederholter Massen-Medikamentengaben (mass drug administration, MDA) von Diethylcarbamazin und Albendazol.

Um den Erfolg des Programms zu beurteilen, überwachten Gary Weil von der Washington University School of Medicine in St. Louis und ein ägyptisches Team unter Reda Ramzy von der Ain Shams University in Kairo Dörfer in zwei verschiedenen Regionen hinsichtlich der Anzeichen für Infektionen. Das eine Untersuchungsgebiet wies vor der Einführung der MDA eine niedrige, das andere eine hohe Infektionsrate auf. Die Forscher stellten fest, dass alle Parameter für Infektionen und Übertragung nach der MDA stark zurückgingen.

Dr. Weils dazu: „Diese Dörfer scheinen auf dem besten Weg, nach fünf oder sechs MDA-Zyklen die Filariasis ausgerottet zu haben. Falls diese ausgewählten Einzelfälle als typisch für alle Gemeinschaften anzusehen sind, die an dem staatlichen Programm teilnehmen, wird es wahrscheinlich erfolgreich sein.“

Quelle: R MR Ramzy et al, Effect of yearly mass drug administration with diethylcarbamazine and albendazole on bancroftian filariasis in Egypt: a comprehensive assessment. Lancet 2006; 367: 992
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