INFEKTIONEN
Ergebnisse der ersten Zwischenanalyse zu Sicherheit und antiviraler Aktivität aus der klinischen Studie PROVE 1 zum HCV-Proteasehemmer- Prüfpräparat Telaprevir

 

Ergebnisse einer geplanten Zwischenanalyse zur Sicherheit aus PROVE 1 wurden bekannt gegeben, einer laufenden klinischen Phase 2b-Studie zum Prüfpräparat Telaprevir, einem Hepatitis-C-Virus (HCV)- Proteasehemmer.

Zwischenergebnisse zu Sicherheit und antiviraler Aktivität:

Gemäss Design der PROVE-1-Studie wurde eine Zwischenanalyse zur Sicherheit und antiviralen Aktivität durchgeführt. Die Daten wurden vom unabhängigen Data Monitoring Committee überprüft, einer externen Instanz zur Studienüberwachung. Insgesamt wurden 250 Patienten in diese Studie aufgenommen, die zusätzlich zu Peg-Interferon-2a (Peg-IFN) + Ribavirin (RBV ) mindestens eine Dosis Telaprevir bzw. Placebo erhielten. Für die Daten wurden die Patienten aus allen drei Telaprevir-Gruppen zusammengefasst (n= 175) und die Ergebnisse mit jenen des Kontrollarms von Peg-IFN + RBV und Placebo (n=75) verglichen. Zum Zeitpunkt des Cut-off für die Sicherheitsanalyse hatten etwa 100 Patienten 12 Studienwochen abgeschlossen.

Telaprevir:

Das Prüfpräparat Telaprevir ist ein oraler Hemmer der HCV-Protease, eines wesentlichen Enzyms für die Virenvermehrung, und zielt spezifisch auf HCV ab. Derzeit wird ein weltweites klinisches Phase-2b-Entwicklungsprogramm für Telaprevir mit drei grossangelegten klinischen Studien, die etwa 1000 Patienten mit HCV in klinischen Zentren in den USA sowie Europa aufnehmen eingeleitet. Die Aufnahme für die PROVE-1-Studie in den USA ist abgeschlossen und die Studie ist im Laufen. Die PROVE-2- Studie läuft derzeit in Europa, die Aufnahme mit insgesamt ca. 320 Patienten soll in den nächsten Wochen beendet werden. Telaprevir wird im Rahmen der klinischen Studien als 750 mg-Dosis alle 8 Stunden in Kombination mit pegyliertem Interferon Alpha-2a (Pegasys(r)), sowohl mit als auch (bei der PROVE-2-Studie) ohne Ribavirin (Copegus(r)) verabreicht.

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren in den beiden Gruppen ähnlich und es handelte sich dabei um typische, bekannte Nebenwirkungen von Interferon und Ribavirin. Von diesen traten vor allem Magen-Darm-Störungen und Ausschlag in den Telaprevir-Gruppen auf. In den Telaprevir-Gruppen hatten 9% der Patienten zum Zeitpunkt des Cut-off die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen abgebrochen, im Vergleich zu 3% im Kontrollarm. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen ist auf die grössere Anzahl von Behandlungsabbrüchen aufgrund von Ausschlag, Magen-Darm-Störungen und Anämie in den Telaprevir-Armen im Vergleich zum Kontrollarm zurückzuführen. Drei Prozent (3%) der Patienten in den Telaprevir-Armen brachen die Studie aufgrund von Ausschlag ab, jener Nebenwirkung, die am häufigsten zum Behandlungsabbruch bei der Studie führte. Schwere Nebenwirkungen wurden bei 3% der Patienten in den Telaprevir-Gruppen sowie 1% der Patienten in der Kontrollgruppe beobachtet.

Von den 74 Patienten der Telaprevir-Gruppen, für die am Ende der Woche 12 Daten verfügbar waren, wiesen 65 (88%) nicht nachweisbare HCV-RNA auf (weniger als 10 IE/mL; Roche Taqman), im Vergleich zu 17 von 33 (52%) Patienten im Kontrollarm.

Diese Ergebnisse aus der Zwischenanalyse zur Sicherheit und antiviralen Aktivität müssen noch von den Ergebnissen der endgültigen Analyse bestätigt werden, bevor definitive Aussagen hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit gemacht werden können.

"Chronische Hepatitis-C-Infektion ist eines der grössten Probleme der öffentlichen Gesundheit und unser Ziel ist eine Erhöhung der Erfolgsrate bei Hepatitis-C-Behandlungen mit Kurzzeitherapie", so Dr. med. Roger Pomerantz, "Diese Zwischenanalyse der PROVE-1-Studie markiert einen bedeutenden Schritt vorwärts im klinischen Entwicklungsprogramm von Telaprevir, da sie ein schlagkräftiges Argument für den Start und die Durchführung grosser klinischer Phase-III-Studien zur Beurteilung der Sicherheit und antiviralen Aktivität von Telaprevir liefert."
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