Ziel des neu gegründeten Forums Impfschutz ist, das Impfbewusstsein der Österreicher zu heben. Konkret soll die Durchimpfungsrate in Österreich erhöht und die Impfstatuserhebung bei jedem Arztbesuch erreicht werden. Dieses Forum wird von Personen aus Wissenschaft und Pharmaindustrie, Impfexperten, Arbeitsmedizinern, Schulärzten und Patienten getragen, offizieller Sprecher ist Univ.-Prof. Dr. M. Kunze.
In der Vergangenheit konnten durch Impfungen unzählige Menschenleben gerettet und gefährliche Infektionskrankheiten (etwa Kinderlähmung) zum Verschwinden gebracht oder stark eingedämmt werden. Ein Beispiel dafür ist die Kinderlähmung: Von 1946 bis 1961 gab es noch 12.620 Erkrankungs- und 1.426 Todesfälle in Österreich. Von 1962 bis 1980 verringerte sich die Zahl der Erkrankungen auf 37 und die der Todesfälle auf sechs. Heute gibt es in Österreich keinen Fall von Kinderlähmung mehr. Das ist ausschließlich der Polio-Schluckimpfung zu verdanken.
Auch heute gehören Schutzimpfungen noch immer zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. So können alle Geimpften im Regelfall vor der Krankheit geschützt werden und Krankheiten, die nur von Mensch zu Mensch übertragen werden (u. a. Kinderlähmung, Hepatitis B, Masern, Keuchhusten), bei einer anhaltend hohen Durchimpfungsrate eliminiert werden.
Das Forum hat daher
vier zentrale Forderungen erarbeitet, deren Erfüllung einen entscheidenden Fortschritt in der österreichischen Gesundheitspolitik bedeuten würde.
Impfen ist nicht nur Kindersache, sondern ein lebenslanges Anrecht für alle Bevölkerungsgruppen! Das Impfwesen im Erwachsenenalter baut derzeit nur auf der Eigeninitiative der Impfwilligen auf und gewährleistet nur bei einzelnen Aktionen finanzielle Unterstützung. Ziel des Forums Impfschutz ist es, das Bewusstsein für das Thema Impfen im Erwachsenenalter zu heben und eine Beseitigung der finanziellen und organisatorischen Hürden zu erreichen.
Erhöhung der Durchimpfungsraten in Österreich! Eine hohe Durchimpfungsrate schützt die Bevölkerung, verhindert die Ausbreitung gefährlicher Infektionskrankheiten und bringt dadurch klare gesundheitsökonomische Vorteile. Durch die Verfügbarkeit neuer, innovativer Impfstoffe kommt der Krankheitsprävention heute mehr Bedeutung zu als je zuvor. Ziel des Forums Impfschutz ist es, das Impfbewusstsein in Österreich wieder deutlich zu erhöhen.
Vereinfachung und Verbesserungen des Impfvorsorge-Managements! Die prinzipielle Impfbereitschaft der Österreicher zur „Schutzimpfung“ ist nach wie vor positiv, es gibt aber deutliche Informations- und Wissensdefizite bezüglich des aktuellen persönlichen Impfstatus und im Bereich der Impferinnerung. Ziel des Forums Impfschutz ist die Aufnahme des Impfstatus in die e-card und verpflichtende Impffortbildung für Ärzte.
Ausweitung des gesetzlichen Auftrags der Sozialversicherung auf medizinische Präventionsmaßnahmen! Zurzeit müssen alle wichtigen Schutz- und Auffrischungsimpfungen (Ausnahme teilweise bei Kindern und Jugendlichen) privat bezahlt werden, weil Impfungen als präventive Maßnahme betrachtet werden und den Sozialversicherungsträgern der gesetzliche Auftrag zur Krankheitsprävention fehlt. Ziel des Forums Impfschutz ist es, die relevanten Partner im Gesundheitssystem von den klaren gesundheitspolitischen und ökonomischen Vorteilen der Schutzimpfung zu überzeugen, sodass rasch gesetzliche Änderungen in die Wege geleitet werden. Das Forum Impfschutz steht unter der E-Mail-Adresse
office@forumimpfschutz.at zur Verfügung.
Bericht: Dr. Friederike Hörandl
Quelle: Forum Impfschutz, www.forumimpfschutz.at