Eine von der österreichischen Aidsgesellschaft und Pfizer in Auftrag gegebene Schülerbefragung zeigte, dass das Wissen der Jugendlichen zum Thema HIV/AIDS sehr gut ist, aber sie im Widerspruch dazu handeln. Es ist kein Risikobewusstsein vorhanden und zeigt den dringenden Bedarf an vermehrter Aufklärung.
Die Schülerbefragung zeigte, dass für Jugendliche HIV und AIDS ein Begriff sind: 95% aller Befragten gaben an die Termini zu kennen. Durchschnittlich haben 27% sehr gute und 31% gute Kenntnisse über dieses Thema. In der 11.,12. und 13. Schulstufe gaben 85% der Schüler an sehr gut bis gut informiert zu sein, während in der 5. und 6. Schulstufe nur 22% sehr gut bzw. gut informiert sind.
82% der Schüler holen sich ihre Information in der Schule und von Freunden, 66% wurden über die Medien mit diesem Thema konfrontiert und 49% beziehen ihre Information von den Eltern oder Verwandten.
Die Informationsquelle ändert sich mit dem Alter der Jugendlichen, während für die 10- bis 14-Jährigen die Eltern und die Verwandten die erste Anlaufstelle sind, stellt für die 15- bis 19-Jährigen das Internet die Informationsquelle Nummer 1 dar.
Mehr als die Hälfte der Befragten zwischen 15 und 19 Jahren hatte bereits einmal Geschlechtsverkehr. Obwohl 93% denen HIV/AIDS ein Begriff sind, die wissen, dass diese Krankheit nicht nur „Randgruppen“ betrifft, sehen für sich persönlich kein Risiko. Etwa ein Drittel vergisst oder verzichtet bewusst beim „ersten Mal“ auf ein Kondom. Gegen das Benützen eines Kondoms spricht für viele die Verwendung von anderen Verhütungsmittel (74%), eine feste Partnerschaft (71%) und die Überzeugung, dass sie selbst und der Partner gesund sind (54%). 81% der Teenager fragen vor dem ersten Sex nicht nach, ob der Partner schon einmal auf HIV getestet wurde.
2007 wurde in Österreich bei 515 Personen eine HIV-Infektion festgestellt, ein Anstieg von 17% gegenüber 2006. Damit lag die Zahl an HIV- Diagnosen zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder über 500.
Täglich infizieren sich ein bis zwei Menschen mit dem HI- Virus. Die meisten Neuerkrankungen, nämlich 40% sind auf sexuelles Risikoverhalten zwischen Frau und Mann zurückzuführen. Weltweit liegt die Rate an heterosexueller Ansteckung bei 90%. Diese Prozentzahl zeigt mehr als deutlich, dass AIDS jeden treffen kann.
In Österreich leben schätzungsweise zwischen 6.000 und 15.000 HIV- infizierte Menschen. Da HIV nicht meldepflichtig ist, klaffen die Zahlen so weit auseinander, da die Dunkelziffer nur schwer einschätzbar ist. Seit 1983 gab es insgesamt 2.590 AIDS Patienten, von denen bisher 1.460 Patienten verstarben.
Besorgniserregend ist die Situation in den osteuropäischen Ländern, hier steigt die Zahl an Neuinfektionen stark an. Etwa 1,5 bis 2 Millionen infizierte Menschen leben in dieser Region.
Aus diesem Grund ist neben einer umfassenden Aufklärungsarbeit, ein regelmäßig durchgeführter HIV-Test als wesentliche Präventionsmaßnahme zu setzen.
Daher hat die österreichische Aidsgesellschaft und das Pharmaunternehmen Pfizer die Awareness- Kampagne „safe4fun“ speziell für Jugendliche ins Leben gerufen.
Diese Aufklärungskampagne soll ohne „erhobenen Zeigefinger“ den Jugendlichen Möglichkeiten zeigen, Sexualität ohne Risiko zu erleben, ohne dass Spaß und Lust dabei verloren gehen.
Die wichtigsten Botschaften dieser Kampagne sind: HIV/AIDS kennt kein Alter und keine Risikogruppen, es kann absolut jeden treffen!
Nur das Kondom schützt vor Ansteckung und Sex ohne Risiko macht Spaß!
Im Rahmen der Awareness- Kampagne werden Jugendliche selbst als Übermittler der Botschaften eingesetzt, das heißt „ safe4fun“ wird nicht nur FÜR sondern MIT und VON Jugendlichen realisiert.
Da die 15-19-Jährigen vor allem das Internet als Informationsquelle nutzen, bildet die Website www.safe4fun.at die Grundlage der Kampagne. Konzept, Text, Design wurde von Teenagern eigenständig gestaltet und verfasst.
Quelle: Pfizer Austria; GfK Austria; www.safe4fun.at