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HPV-Vierfachimpfstoff (6,11,16,18) erhält als "Best New Biological Drug" den Scrip Award 2006

 

Der HPV-Vierfachimpfstoff (6,11,16,18) ist in der Lage, HPV-assoziierte Karzinome der Zervix, der Vulva und der Vagina, deren Vorstufen sowie Kondylome effektiv zu verhindern und hat die begehrte Auszeichnung "Best New Biological Drug“ erhalten, die von der anerkannten pharmazeutischen Zeitschrift Scrip verliehen wird.

Trotz Vorsorge zur Früherkennung bleibt Gebärmutterhalskrebs nach Brustkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache junger Frauen (15 bis 44 Jahre) in Europa. Jedes Jahr wird bei rund 33.500 Frauen ein Zervixkarzinom diagnostiziert und 15.000 Frauen sterben an dieser Erkrankung.
Die primäre Ursache für die Entstehung eines Zervixkarzinoms ist eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV).
Das Zervixkarzinom ist jedoch nur eines aus einem breiten Spektrum an Malignomen, deren Ursache eine HPV-Infektion ist. So können durch HPV auch Vulva- und Vagina- sowie Anal- und Peniskarzinome ausgelöst werden. Im Gegensatz zum Zervixkarzinom, das einen Altersgipfel zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr aufweist, sind Karzinome der Vulva und des Penis Krebsformen, die meistens bei Patienten ab dem 60. Lebensjahr beobachtet werden. Wie das Zervixkarzinom entstehen das HPV-assoziierte Vulva-, Vagina- und wahrscheinlich auch Peniskarzinom sukzessive über Vorläuferläsionen, intraepitheliale Neoplasien der Vulva (VIN Grad 1–3), der Vagina (VaIN Grad 1–3) und des Penis (PIN Grad 1–3).
Eine weitere HPV-assoziierte Erkrankungsgruppe sind Condylomata acuminata. Laut epidemiologischen Berechnungen sind Kondylome bei etwa 1% der Bevölkerung nachweisbar. Das bedeutet eine Inzidenz von etwa 1.000 Fällen je 100.000 Menschen pro Jahr. Kondylome bleiben über lange Zeit infektiös und sind häufig rezidivierend. Dr. Colombo: „Sie erfordern eine oft langwierige und schmerzhafte Behandlung und führen bei den Betroffenen häufig zu schwer wiegenden psychischen Problemen.“

Subklinische HPV-Infektionen lassen sich bei etwa 4% der sexuell aktiven Bevölkerung nachweisen, und rund 60% sind HPV-Antikörper-positiv, was auf eine frühere oder aktuelle HPV-Infektion hinweist.

In einem ausgedehnten Studienprogramm konnte nachgewiesen werden, dass die Vakzine effektiv vor einer Infektion mit den HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 immunisiert und somit vor der Entstehung HPV-assoziierter Neoplasien sowie deren Vorläufern mit bis zu 100 prozentiger Sicherheit schützt. Insgesamt wurde der Impfstoff an über 29.000 Probanden getestet, wobei Daten aus einem Beobachtungszeitraum von mittlerweile fünf Jahren vorliegen.

Der Scrip Award ist eine Auszeichnung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der pharmazeutisch-medizinischen Forschung, durch den große Errungenschaften Anerkennung finden, deren großer Nutzen und innovatives Potential alle andere Innovationen dieses Jahres übertrifft. Experten beschrieben den Impfstoff als „revolutionäres Produkt für das öffentliche Gesundheitswesen, welches den Beginn einer neuen Ära auf dem Gebiet der Frauengesundheit markiert.“

Die Jury, die sich aus internationalen Experten in den Bereichen Wissenschaft, Medizin und pharmazeutische Industrie zusammensetzt, wählte den HPV-Vierfachimpfstoff für 2006 als "Best New Biological Drug" des Jahres, weil sie der Meinung war, dass dieser Impfstoff den besten wissenschaftlichen Durchbruch auf diesem Gebiet darstellt.
Diese Auszeichnung beweist, dass der innovative Charakter und der Nutzen des HPV-Vierfachimpfstoffes von internationalen wissenschaftlichen und medizinischen Experten anerkannt werden. Der HPV-Vierfachimpfstoff kann das Leben von tausenden Frauen retten, die trotz Vorsorgeuntersuchung weiterhin an Gebärmutterhalskrebs sterben.

Der HPV-Vierfachimpfstoff wurde am 20. September 2006 in Europa zugelassen und ist jetzt in Österreich, Deutschland, Finnland, Schweden, Großbritannien, Nordirland, in der Republik Irland, in Belgien, Dänemark, den Niederlanden und in Luxemburg verfügbar.
Weitere Länder werden noch vor Jahresende folgen.

Autor: Dr. M. Wejbora



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