Nach Angaben des Robert Koch- Instituts (RKI) wurden 2007 in Deutschland 1.687 Fälle von Hantavirus Infektionen gemeldet. Die Mehrzahl der Erkrankungen traten im Süden und Westen Deutschlands auf.
Erkrankungen durch Hantaviren gehören zu den meldepflichtigen Infektionserkrankungen sowohl in Deutschland als auch in Österreich.
In den ersten Jahren nach Einführung der Meldepflicht wurden in Deutschland nur wenige Hundert Erkrankungen registriert. 2005 waren es bereits 448 Erkrankungsfälle und mit 1.687 Infektionen wurde 2007 ein neuer Erkrankungshöchststand erreicht.
Damit zählen Hantavirus- Erkrankungen gemeinsam mit den Erkrankungen durch Noroviren, Rotaviren, Influenza und Hepatitis C zu den häufigsten namentlich meldepflichtigen Viruserkrankungen 2007 in Deutschland. HIV- Infektionen wurden bei dieser Aufstellung nicht berücksichtigt, weil hier eine anonyme Meldepflicht besteht.
Vor allem der Süden und Westen Deutschlands war von den Infektionen betroffen. Generell kann es aber in jedem deutschen Bundesland zu einer Infektion kommen. Eine geringe Anzahl von Patienten hat sich 2007 wahrscheinlich in einem anderen europäischen Land infiziert. (Österreich, Kroatien, Griechenland, Schweiz etc).
Hantaviren werden von Nagetieren auf den Menschen übertragen, wobei der Mensch eigentlich ein „Fehlwirt“ ist.
Die Hantavirus Erkrankung, die in Mitteleuropa auch als hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom oder Nephropathia epidemica bezeichnet wird, ist durch akut einsetzendes Fieber, Rücken-, Kopf und Abdominalschmerzen gekennzeichnet. Laborchemisch finden sich eine Thrombozytopenie, sowie eine Nierenfunktionsstörung mit Proteinurie und Anstieg des Serumkreatinins. Ein Teil der Patienten kann aufgrund einer Niereninsuffizienz dialysepflichtig werden.
Bei etwa 10-20% der infizierten Menschen kommt es zu einer akuten Erkrankung. Die Letalität kann in Abhängigkeit vom Virustyp bis zu 50% betragen. Bei den Krankheitsfällen durch die in Deutschland vorkommenden Virustypen liegt die Letalität < 1%. Laut RKI kommen in Deutschland 3 Typen von Hantaviren vor, die auch bei Menschen eine Erkrankung hervorrufen können: Puumulavirus (natürlicher Wirt: Rötelmaus), Dobravirus (natürlicher Wirt: Brandmaus) und das Tulavirus (natürlicher Wirt: Feldmaus).
Zu den meisten Erkrankungen kommt es in den Sommermonaten, durch häufige Aufenthalte im Freien erhöht sich das Risiko für den Menschen sich über Aerosole mit virushaltigen Ausscheidungen von Tieren zu infizieren. 2007 waren zudem die relevanten Nagetierpopulationen hochgradig mit Hantaviren durchseucht.
Für die ersten 20 Kalenderwochen 2008 hat das Robert Koch Institut bisher 108 Erkrankungsfälle gemeldet. Damit sind es bisher weniger Erkrankungen als im Vergleichszeitraum 2007 (369). Der weitere Verlauf der diesjährigen Hantavirus- Saison ist aber noch nicht vorhersagbar.
Quelle: Robert Koch Institut, Berlin; Epidemiologisches Bulletin 19/2008