Ein Gebährmutterhalskrebs-Sreening durch Testen auf HPV erhöht die Genauigkeit bei der Bestimmung von hochgradigen (Grad 2 und 3) zervikalen intraepithelialen Neoplasien. Aber trotz dieses Gewinns in der Diagnostik ist nicht sicher, ob dies einen zukünftigen Schutz vor hochgradigen zervikalen intraepithelialen Neoplasien oder Krebs gewährleisten kann. Eine schwedische Studie ging dieser Frage auf den Grund.
Studiendesign
In einem schwedischen Screening-Programm mit 12.527 Frauen im Altern von 32 bis 38 Jahren wurden jeweils bei der Hälfte der Frauen als Interventionsgruppe ein HPV-Test sowie ein Papanicolaou(Pap)-Test durchgeführt. Bei der anderen Hälfte der Frauen wurde als Kontrollgruppe nur ein Pap-Test durchgeführt. Bei Frauen mit positivem HPV-Test und normalem Pap-Test-Ergebnis wurde innerhalb eines Jahres ein zweiter HPV-Test durchgeführt. Bei jenen Frauen, die dann immer noch mit HPV-Typen hohen Risikos infiziert waren, wurde eine Kolposkopie mit zervikaler Biopsie durchgeführt. Gleiche Anzahl doppel-blinder Pap-Abstriche und Kolposkopien mit Biopsie wurden vorgenommen bei zufällig ausgewählten Frauen der Kontrollgruppe. Aufwändige Registrierungsverfahren wurden verwendet, um die Frauen durchschnittlich 4,1 Jahre weiter beobachten zu können. Die relativen Anzahlen von zervikalen intraepithelialen Neoplasien Grad 2 und 3 oder Krebs sowohl zu Beginn der Studie als auch bei nachfolgenden Screenings wurden in die Auswertungen miteinbezogen.
Ergebnisse
Zum Zeitpunkt der Patientenaufnahme in die Studie wurden in der Interventionsgruppe 51% mehr Läsionen klassifiziert als zervikale intraepitheliale Neoplasie Grad 2 oder 3 oder Krebs diagnostiziert (KI 95%, 13 von 102) als in der Kontrollgruppe. Bei nachfolgenden Screenings war die Anzahl der Frauen mit ebendiesen Diagnosen um 42% (KI 95%, 4 von 64) und die Anzahl der Frauen mit Läsionen 3. Grades oder Krebs um 47% (KI 95%, 2 von 71) geringer – verglichen mit den Frauen der Kontrollgruppe mit gleicher Diagnose. Frauen mit persistierender HPV-Infektion hatten nach Kolposkopieüberweisung immer noch hohes Risiko für Grad 2 oder 3 Läsionen oder Krebs.
Fazit
Ein Gebährmutterhalskrebs-Screening bestehend aus HPV-Test und Pap-Test bei Frauen Mitte 30 reduziert die Inzidenz von zervikalen intraepithelialen Neoplasien Grad 2 und 3 oder Krebs, welche bei nachfolgenden Sreening-Tests entdeckt werden können.
Quelle: Naucler P et al: Humane papillomavirus and Papanicolaou Tests to screen for cervical cancer. J Engl J Med 357; 16: 1589-97