ERREGER
Pneumokokken-Impfaktion „Sicher ab 60“ [04.10.2007]

 

Weltweit sterben, so schätzt die WHO, jährlich bis zu 1,4 Millionen Menschen an Pneumonien und etwa 50.000 an Meningitiden, die durch Streptococcus pneumoniae hervorgerufen werden. In Österreich werden jährlich 9.000 Pneumokokken-Pneumonien und etwa 900 Todesfälle durch Pneumokokken gezählt. Gesunde werden mit den Erregern meistens selbst fertig, bei Menschen mit Abwehrschwäche und älteren Personen kann sich jedoch schnell eine invasive Erkrankung entwickeln. Die Impfaktion „Sicher ab 60“ soll auch dieses Jahr wieder diesen Zahlen zu Leibe rücken.

Pneumokokken sind weit verbreitet
Pneumokokken sind weit verbreitete Bakterien mit über 90 verschiedenen Serotypen, die sich bei bis zu jedem zweiten Menschen im Nasen und Rachenbereich ansiedeln, meist ohne dass der Träger erkrankt. 23 Bakterienstämme, die im Impfstoff PNEUMO 23® enthalten sind, sind für über 90% der invasiven Pneumokokkenerkrankungen verantwortlich. Beim immunologisch Gesunden hält das Immunsystem diese Bakterien in Schach, bei Risikogruppen besteht jedoch die Gefahr des Krankheitsausbruchs, etwa bei älteren Personen oder sehr jungen Kindern, Menschen mit Immunschwäche oder Menschen, die an chronischen Erkrankungen wie etwa Diabetes mellitus oder anderen Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen der Atemorgane oder Herz-/Kreislauferkrankungen leiden. Pneumokokken sind deswegen so gefährlich, weil sie über die Pneumonie hinausgehend auch andere Erkrankungen wie Meningitis oder Bakteriämie verursachen. Durch Pneumokokken hervorgerufene Infektionen verlaufen mitunter rasant mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl, Husten und Atemnot, bis hin zur Ausbreitung der Entzündungen im ganzen Körper mit tödlichem Verlauf.

Die Impfaktion
Im Aktionszeitraum vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2007 ist der Impfstoff PNEUMO 23® in allen österreichischen Apotheken besonders günstig erhältlich und kostet 25 statt 29,85 Euro. Zusätzlich leisten einige Krankenkassen für Personen über 60 Jahren eine Zuzahlung von 7 bis 15 Euro. Damit soll die Durchimpfungsrate deutlich erhöht werden.

Da im Alter die immunologischen Abwehrkräfte allmählich nachlassen, sind gerade für ältere Menschen über 60 Jahren Pneumokokken-Infektionen besonders gefährlich. In dieser Risikogruppe zeigen Pneumokokken-Infektionen oftmals untypische und mitunter fulminante Verläufe: Im Anfangsstadium können typische Krankheitszeichen fehlen, dafür breitet sich die Infektion rasant in Körper aus. Komplikationen wie Pleuritis, Endokarditis und Meningitis sind möglich. Da sich jeder zweite Todesfall bei älteren Personen bereits 48 Stunden nach Auftreten der ersten Krankheitssymptome ereignet, kommen bei diesen Verlaufsformen antibiotische Therapien praktisch immer zu spät.

Die Pneumokokken-Impfung
Die Pneumokokken-Impfung ist eine aktive Immunisierung, die einmalig verabreicht wird. Der Impfschutz setzt zwei bis drei Wochen nach der Impfung ein und hält bei Erwachsenen mindestens fünf Jahre an. Durch die Impfung könnten bei Älteren schätzungsweise 30-40% schwer verlaufender Pneumonien verhindert werden.4) Die Impfung senkt nicht nur das Risiko schwer verlaufender Pneumokokken-Infektionen, sondern kann auch die Entstehung von Antibiotika-Resistenzen eindämmen, die in unseren Nachbarländern bereits die Behandlung von Pneumokokken-Infektionen erschweren.

Der österreichische Impfplan empfiehlt eine Pneumokokken-Impfung für alle Personen mit einem Alter über 60 Jahren, Personen mit Immundefekten, sowie chronisch Kranken mit Krankheiten der blutbildenden Organe, neoplastischen Krankheiten, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krankheiten der Atmungsorgane, Diabetes mellitus oder anderen Stoffwechselerkrankungen, Leberzirrhose, Niereninsuffizienz (vollständige Impfempfehlung unter: www.bmgf.gv.at ). Weiters empfehlenswert ist die Impfung für Personen die bereits eine Pneumonie hatten oder Raucher sind.

Quelle: Public Health PR GmbH
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