Es ist bekannt, dass Infektionen das Risiko für arterielle kardiovaskuläre Krankheiten wie zum Beispiel Schlaganfälle und Herzinfarkte erhöhen – doch die Wirkung von Infektionen auf tiefe Beinvenenthrombosen ist nicht geklärt.
Um diese Wirkung zu untersuchen, prüften Liam Smeeth und seine Kollegen über drei Millionen Patientenakten in Großbritannien. Dabei identifizierten sie beinahe 7.300 Patienten mit tiefen Beinvenenthrombosen. Sowohl Infektionen des Respirationstrakts als auch der Harnwege erhöhten das Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen, besonders in den ersten beiden Wochen nach der Infektion. Die Tatsache, dass das Risiko durch zwei verschiedene Arten von Infektionen erhöht wurde, lässt vermuten, dass das Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen durch den infektiösen Prozess selbst hervorgerufen wird und nicht durch spezifische Arten von Infektionen, so die Autoren.
Dr. Smeeth: „Akute Infektionen sind mit einem vorübergehend höheren Risiko von venösen thromboembolischen Vorfällen assoziiert. Unsere Ergebnisse bestätigen, dass Infektionen zur Liste der Risikofaktoren für tiefe Beinvenenthrombosen hinzugefügt werden sollten, und lassen einen kausalen Zusammenhang vermuten.“
Quelle: L Smeeth and others, Risk of deep vein thrombosis and pulmonary embolism after acute infection in a community setting. Lancet 2006; 367: 1075