Der European Academies Science Advisory Council (EASAC) hat eine Verbesserung des Gesundheitsscreenings und der Behandlung für Migranten, die in die EU einreisen, gefordert. "Der Einfluss von Migration auf die öffentliche Gesundheit hat bisher nur wenig Aufmerksamkeit bei Politikern gewonnen. Die meisten Einwanderer in die EU sind jung und gesund, dennoch sind Infektionskrankheiten wie beispielsweise TBC in manchen Gruppen verbreitet“, so Prof. Volker ter Meulen.
Weiters wird betont, dass die medizinischen Leistungen für Einwanderer in die EU in allen Mitgliedsstaaten standardisiert werden müssen, um die Gefahr einer Ausbreitung von Infektionskrankheiten (zB. TBC, HIV) zu vermindern. Der Bericht entstand im Vorfeld der Konferenz über Migration und öffentliche Gesundheit, die im Rahmen der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft am 27. September 2007 in Lissabon stattfinden wird. Im Zuge des Kongresses werden Fragen bezüglich Infektionskrankheiten bei Migrantengruppen sowie dessen Einfluss auf die öffentliche Gesundheit gestellt. Weiters werden die gesundheitlichen Unterschiede zwischen Migranten und der übrigen Bevölkerung sowie neue Untersuchungsmethoden erörtert.
Professor ter Meulen, Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und Vorsitzender der EASAC-Arbeitsgruppe, fährt fort: "In den vergangenen beiden Jahrzehnten hat sich die durchschnittliche Entfernung, die Menschen bei Reisen zurücklegen, um den Faktor tausend erhöht. Diese Tatsache konfrontiert uns mit komplexen neuen Herausforderungen. Keinesfalls dürfen aber Verallgemeinerungen hinsichtlich Migrantengruppen und Infektionskrankheiten getroffen werden." Es wird verdeutlicht, dass medizinische Untersuchungen und ihre Konsequenzen stets angemessen sein müssen. Auch darf die Diagnose einer Krankheit nicht dazu benutzt werden, die Einreise in die EU zu verweigern, wodurch Migranten leicht davon abgehalten werden könnten, sich den Untersuchungsprogrammen zu unterziehen. Dadurch würde die illegale Einwanderung gefördert werden, was wiederum ein Risiko für die Verbreitung von Krankheiten bedeuten würde.
Die kürzlich publizierten Empfehlungen der EASAC zum Komplex der Infektionskrankheiten können unter
http://www.easac.eu/document.asp?id=79&pageno=1&detail=1&parent=31 nachgelesen werden.
Bericht “Impact of migration on infectious diseases in Europe”; European Academies Science Advisory Council