Die europäischen Zentren der Forschung machen sich zu Beginn der Grippe-Saison bereit und intensivieren ihre Bemühungen nach Erkenntnissen der patho-physiologischen Virusvermehrung bei Influenza-Virus Infektionen.
In den letzten Monaten weisen Experten wieder vermehrt auf das Risiko einer Pandemie durch Influenza-Viren, insbesondere der im süd-ostasiatischen Raum verbreiterte Stamm Influenza-Virus Typ A-H5N1 hin. Bei einer Mutation dieses Stammes wären die Voraussetzungen für eine Mensch zu Mensch Übertragung erfüllt und die Gefahr einer Pandemie gegeben. Wie schon lange bekannt zeichnen sich Influenza-Viren durch eine sehr hohe antigene Variabilität aus was besonders bei einer Mischinfektion mit anderen Influenza Viren desselben Typs durch Austauschen ganzer Gen-Segmente erreicht wird.
Auf dem Gebiet der molekularbiologischen Forschung ist es jetzt gelungen einen Teilabschnitt des Vermehrungszyklus von Influenza genauer unter die Lupe zu nehmen mit dem Resultat dass ein bislang unbekannter Gen-Abschnitt von Influenza Viren entschlüsselt und seine Funktion determiniert werden konnte. Der Körper ist in der Lage dieses Muster zu erkennen und entsprechende Abwehrmassnahmen zu treffen. In der Regel wird durch eine Virus-befallene Zelle mittels Signaltransduktion unter Voraussetzung einer vorangegangenen Bindung von viralen dns-rns Proteinen und zellulären Rezeptoren eine Interferonbildung induziert. Forschern ist es jetzt gelungen unter Ausschaltung dieser Bindung nachzuweisen dass die befallene Zelle dennoch in der Lage ist Grippeviren zu identifizieren und unschädlich zu machen. Dies beruht auf der stark Interferon induzierenden Wirkung von Phosphatresten auf dem Genom der Viruszelle.
Forschungsergebnisse über die molekularen Merkmale der Viruszelle, ihres Genoms und der Virus-Zell-Rezeptor Bindung helfen neue Impfstoffe zu entwickeln um die primäre Prophylaxe durch verbesserte Impfstoffe zu stärken und möglicherweise der noch durch zahlreiche Nebenwirkungen belasteten Interferontherapie vorzubeugen
Dr. M. Wejbora
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