Meningokokken: Breite Aufklärungskampagne in Kindergärten - Früherkennung und Impfung retten Leben
Ärzte und Wissenschafter haben in den Kindergärten Österreichs eine breit angelegte Informationskampagne zum Thema Meningokokken-Infektion gestartet. "Das Thema Meningokokken ist im Kindergarten von großer Bedeutung: (Klein-)Kinder sind in Österreich von Meningokokken-Erkrankungen besonders betroffen", erklärt Univ.-Prof. Dr. Ingomar Mutz, Vorsitzender des Impfausschusses des Obersten Sanitätsrates und Präsident des Österreichischen Grünen Kreuzes für Vorsorgemedizin. "In der kalten Jahreszeit treten Meningokokken-Erkrankungen gehäuft auf, auch im Jahr 2007 waren Kinder von dieser gefährlichen Erkrankung betroffen."
Besonders tragisch: Erst Ende Jänner 2007 gab es in Niederösterreich einen Todesfall infolge einer Infektion mit Meningokokken vom Typ C - gegen die es heute einen wirksamen Impfstoff gibt.
Bakterien vom Typ der Meningokokken werden durch "Tröpfcheninfektion" bei engem Kontakt übertragen, wie es ihn im Kindergarten gibt, z.B. beim Sprechen, wenn man angehustet oder angeniest wird. "Die Infektion mit Meningokokken kann innerhalb weniger Stunden zum Tod führen oder schwerste Folgeschäden verursachen", sagt Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Vorstand des Instituts für Sozialmedizin der Medizinuniversität Wien. "Aus diesem Grund ist in zahlreichen europäischen Ländern die Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C in den nationalen Impfplan aufgenommen worden." Gegen Meningokokken der Gruppe B gibt es noch keine Impfung, daher sei die Früherkennung besonders wichtig, betont der Sozialmediziner. Die ersten Symptome ähneln vielfach jenen einer Grippe.
Die Kindergärten in Österreich erhalten deshalb Informationsbroschüren für Betreuer/innen und Eltern mit den wichtigsten Informationen zum Thema Meningokokken, und können weitere Exemplare bei Bedarf nachbestellen.
Durch eine Schutzimpfung mit einem Konjugat-Impfstoff gegen Meningokokken C ließen sich bis zu 30-40 Prozent aller österreichischen Meningokokken-Erkrankungen vermeiden, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Vorstand der Kinder- und Jugendabteilung Landesklinikum St. Pölten und Mitglied der "Initiative Meningokokken". "In Österreich steht ein gut verträglicher Konjugat-Impfstoff zur Verfügung. Diese Impfung stellt eine entscheidende Möglichkeit im Kampf gegen diese Infektionskrankheit dar. Ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bietet eine einzige Impfung sehr langen Schutz."
Deshalb befürworten die "Initiative Meningokokken" und das "Österreichische Grüne Kreuz für Vorsorgemedizin" die Impfung von
(Klein-)Kindern gegen Meningokokken der Gruppe C.
Weiterführende Information zum Thema Meningokokken:
www.meningokokken.at
; www.gruenes-kreuz.org
; Selbsthilfegruppe Meningokokken: (01) 522 70 70, shg@meningokokken.or.at