H5N1 erfüllt zwei von drei Anforderungen für einen pandemischen Stamm: Es ist stark krankheitserregend und dem Immunsystem der meisten Menschen unbekannt. Die Kombination der Gene des tödlichen H5N1 Virus mit jenen einer normalen menschlichen Grippe scheint jedoch keine Stämme zu schaffen, die ein sofortiges pandemisches Potenzial haben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gekommen, das in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde.
Die Wissenschafter schufen Grippeviren, die vier Gene für die äußerlichen "umhüllenden" Gene von H5N1 und die inneren Proteine von H3N2 enthielten, der am häufigsten verbreiteten Form von Grippe beim Menschen. In der Folge wurden Frettchen mit diesen Viren geimpft. Befanden sich die Tiere in aneinander liegenden Käfigen, wurde H3N2 leicht übertragen, jedoch weder H5N1 noch das neu geschaffene Virus. Zusätzlich waren die neuen Virenstämme deutlich weniger pathogen als H5N1.
Die CDC-Ergebnisse legen jedoch laut New Scientist nahe, dass für die Verwandlung von H5N1 in eine weltweite Gefahr mehr erforderlich ist als ein einfacher Austausch von Genen. Hätten die aktuellen Experimente ergeben, dass die so geschaffenen Viren extrem gefährlich sind, wäre dadurch die Dringlichkeit für die rasche Produktion von Impfstoffen gegen H5N1 gestiegen. GlaxoSmithKline gab am 26. Juli bekannt, dass geringe Mengen seines auf inaktiviertem H5N1 basierenden Impfstoffes bei 80% der freiwilligen Teilnehmer an einer Studie eine starke Immunreaktion erzielten. Damit konnte ein deutlich besseres Ergebnis als in den vorhergegangenen Tests erzielt werden. Julie Gerberding, die Direktorin der CDC, erklärte, dass ein derartiger Impfstoff möglicherweise keinen Schutz bieten wird, wenn das Virus mutiert und sich weiter entwickelt. "Mit H5N1 sind wir noch lange nicht aus dem Gröbsten heraus."
Quelle: Presseaussendung