INFEKTIONEN
Kürzere Behandlungsdauer für Hepatitis-C-Patienten mit Genotyp 1 und 4, die schnell auf Therapie ansprechen, erhält europäische Zulassung

 

Kürzere und einfachere Behandlungsoption könnte mehr Patienten zu Behandlung ermutigen

Hepatitis C ist die häufigste chronische Leberinfektion und wird hauptsächlich über Blut und Blutprodukte übertragen. Mehr als 180 Mio. Menschen weltweit sind chronisch mit Hepatitis C infiziert. Pro Jahr kommen weitere drei bis vier Mio. Neuinfektionen dazu.
Hepatitis C gehört zu den Hauptverursachern von Leberzirrhose, Leberkrebs und Leberversagen.

Eine Reihe von Hepatitis-C-Patienten mit schwer behandelbarem HCV-Genotyp 1, die rasch auf eine Kombinationsbehandlung aus Pegyliertes Interferon alfa-2a (40KD) und Ribavirin ansprechen, kann nach der Entscheidung der europäischen Kommission am Donnerstag von einem kürzeren und vereinfachten Behandlungsverlauf profitieren. Mit der neuen Zulassung darf nun eine Subpopulation von Patienten mit HCV-Genotyp 1 und 4, die eine rasche virale Reaktion erzielen, mit einer verkürzten, 24-wöchigen Kombinationstherapie aus Peg-Interferon und Ribavirin behandelt werden. Somit verkürzt sich die Behandlungszeit auf die Hälfte einer herkömmlichen Behandlung.

Kürzere und einfachere Behandlung weist hervorragende Heilungschancen auf

Die EU-Zulassung stützt sich auf Daten aus zwei klinischen Pivotalstudien. Die Ergebnisse dieser Studien zeigen, dass von den Patienten, die eine rasche virale Reaktion (nicht nachweisbare Viruslast in Woche 4) im ersten Behandlungsmonat erzielten, bis zu 93% der Patienten mit HCV-Genotyp1 mit niedriger Viruslast vor der Behandlung sowie 83% der Patienten mit Genotyp 4 nach nur 24 Wochen Therapie geheilt wurden - eine ähnliche Heilungsrate wie jene nach 48 Wochen Therapie.

"Dies sind hervorragende Nachrichten für Hepatitis C-Patienten", so Dr. Peter Ferenci, Professor der Abteilung für Interne Medizin IV, Gastroenterologie und Hepatologie, an der Universitätsklinik von Wien, Österreich. "Dies bedeutet, dass Patienten innerhalb eines Monats ab Behandlungsbeginn herausfinden können, ob sie sehr gute Heilungsschancen haben und von einer verkürzten Behandlungsdauer profitieren können. Dadurch werden Patienten sicherlich zu einer Behandlung ermutigt und dazu motiviert, die Therapie fortzusetzen."

Neue Behandlungsempfehlungen

Eine kürzere, 24-wöchige Behandlungsdauer mit Peg-Interferon und Ribavirin kommt nun als Option für folgende Patienten infrage

-HCV-Genotyp 1 mit niedriger Viruslast vor der Behandlung (d.h. <800,000 IU/mL) und nicht nachweisbarer Viruslast in Woche 4 und 24;

-HCV-Genotyp 4 unabhängig von Viruslast vor der Behandlung und mit nicht nachweisbarer Viruslast in Woche 4 und 24;


Pegyliertes Interferon alfa-2a (40KD) und Ribavirin gilt weltweit als Goldstandard bei der Hepatitis-C-Therapie, Pegyliertes Interferon alfa-2a bietet wesentliche Vorteile im Vergleich zur herkömmlichen Interferon-Therapie bei HCV-Patienten aller Genotypen. Die Vorteile beruhen auf seiner 40 Kilodalton (KD) großen verzweigten Polyethylenglycol (PEG)-Kette, die anhaltende Wirkstoffkonzentrationen für die Dauer einer ganzen Woche ermöglicht.
Pegyliertes Interferon gelangt zudem schneller in die Leber - den primären Infektionsherd - als herkömmliches Interferon. Die empfohlene Dosis für alle Patienten, unabhängig vom Körpergewicht, beträgt einmal wöchentlich 180 mikrogramm pegyliertes Interferon alfa-2a (40KD) als subkutane Injektion verabreicht.

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