Weltweit findet sich eine zunehmende Kontamination chronischer Wunden mit so genannten Problemkeimen wie dem Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA). Auch wenn bislang nicht eindeutig geklärt werden konnte, ob die bakterielle Kontamination einen negativen Effekt auf die Wundheilung hat, sind die Konsequenzen, die sich aus einem Nachweis von MRSA ergeben, sowohl für den Patienten als auch für die behandelnde medizinische Institution erheblich.
Mögliche Risikofaktoren
Laut einer Metastudie von Beam JW und Buckley B (2006) trifft bei allen MRSA- infizierten Patienten mindestens einer der folgenden Risikofaktoren zu: kürzlich erfolgter Krankenhausaufenthalt, ambulanter Besuch, Antibiotikaeinnahme, chronische Erkrankung, medikamentöse Injektionen sowie enger Kontakt mit Personen bei denen ein oder mehrere Risikofaktoren zutreffen.
Studienergebnisse von Skiest DJ et al (2007) geben ebenso an, dass kürzliche Einnahme von Antibiotika eine MRSA- Infektion begünstigen kann. Auch Obdachlosigkeit zählt laut Skiest DJ zu den Hauptrisikofaktoren an einer MRSA- Infektion zu erkranken. Eine Studie von Al-Nammari SS zeigt, dass bei älteren Patienten mit septischer Arthritis häufig multiple Komorbiditäten auftreten. Interessanterweise machen die Studiendaten deutlich, dass MRSA häufiger beim glenohumeralen Gelenk auftritt, während der Methicillin-sensible S. aureus, häufiger am Knie diagnostiziert wird.
Aber auch gesunde, junge Personen, wie Sportler sind nicht vor einer Infektion gefeit. Studienergebnisse von Benjamin HJ et al (2007) zeigen, dass seit 1993 in den USA zahlreiche Infektionen bei verschiedenen Athletic Teams diagnostiziert wurden, vor allem durch Hautkontakt (laut Davis SL, 2007, zu 80%). Besonders bei Kontaktsportarten ist ein Hautkontakt nicht vermeidbar.
Faszit
Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass es keine eindeutigen Ausschlusskriterien dafür gibt, an einer MSSA- oder MRSA- Infektion zu erkranken. Es sind daher weitere Forschungen nötig, um Übertragungs- und Infektionsrisiko sowie Antibiotikaresistenzen zu untersuchen.
Auch umfassende Information all jener, die ein höheres Risiko als Normalpersonen aufweisen ist notwendig. Beam JW und Buckley B (2006) machen deutlich, dass es aufgrund der zahlreichen MRSA- Fälle in Krankenhäusern dringend notwendig ist, vor allem die Verbreitung unter Kontrolle zu bringen.
Bericht: Mag. Elisabeth Pipelka
Literatur: Al-Nammari SS et al, Arch Orthop trauma Surg. 2007; 127(7); 537- 42
Beam JW et al, J Athl Train, 2006; 41(3); 337- 40
Benjamin HJ et al, Clin J Sport Med 2007; 17(5); 393- 7
Davis SL et al, J Clin Microbiol. 2007, 45(6); 1705- 11
Skiest DJ et al,J Infect. 2007, 54(5); 427- 34