ERREGER
Marcel Benoist-Preis 2007 verliehen an Ari H. Helenius [25.09.2007]

 

Unter dem Vorsitz von Bundesrat Pascal Couchepin hat der Rat der Marcel Benoist-Stiftung den mit CHF 100.000,- dotierten Marcel Benoist-Preis 2007 dem finnischen Biologen Ari Helenius, zugesprochen. Er wird ausgezeichnet für seine Studien der molekularen Mechanismen, die für drei grundlegende Aspekte der Physiologie von lebenden Zellen und Viren verantwortlich sind: den innerzellulären Proteintransport, die Qualitätskontrolle bei neu synthetisierten Proteinen, und die Mechanismen, durch die Viren in die Zellen gelangen.

Die Forschungsarbeiten des ordentlichen Professors für Biochemie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) sind ein gutes Beispiel für die sinnvolle Verbindung zweier Disziplinen – der Zellbiologie und der molekularen Virologie. Bei der Untersuchung, wie es gewissen Viren gelingt, die die Wirtszelle einzudringen und sich dort zu vermehren, kam er den grundlegenden physiologischen Mechanismen auf die Spur, die den Proteintransport im Zellinnern regeln und dafür sorgen, dass diese in gutem Zustand an den Ort transportiert werden, wo sie ihre Wirkung zu entfalten haben. Bei der Erforschung dieser Mechanismen stellte sich im Gegenzug heraus, dass sich andere Typen von Viren andere Bestandteile dieses molekularen und Membran-Transitsystems zu Nutzen machen, um in die Zellen einzudringen. Schließlich tragen diese Forschungsarbeiten zum Verständnis der äußerst komplexen Mechanismen bei, welche die von der Zelle neu zusammengesetzten Proteine überprüfen und fehlerhafte Moleküle unweigerlich aussondern.

Seine Forschungsarbeiten reichen von der Erkundung absolut grundlegender Mechanismen in der Zellbiologie, deren Beschreibung heute in allen Biologiebüchern zu finden ist, bis zur Erschließung neuer therapeutischer Ansätze. Die Kenntnisse der Mechanismen, durch die es Viren gelingt, in Zellen einzudringen, eröffnen Perspektiven für deren Abwehr und damit zur Vermeidung viraler Infekte. Der Nachweis, dass es ein System der Qualitätskontrolle für neu synthetisierte Proteine gibt, führte zudem zu der Erkenntnis, dass Defekte bei diesen Mechanismen die Ursache gewisser Krankheiten sind. Dazu gehören z.B. gewisse Formen von Diabetes und die zystische Fibrose, eine bei Europäerinnen und Europäern relativ häufig auftretende schwere Erbkrankheit. Die Arbeiten von Ari Helenius sind daher von realem und direktem Interesse für die Gesundheit.

Curriculum vitae
Ari Helenius wurde 1944 in Oulo, Finnland, geboren und schloss 1973 sein Studium in Biochemie an der Universität Helsinki mit dem Doktorat ab. Nach einem Post-Doc-Forschungspraktikum an der Finnischen Akademie der Naturwissenschaften wechselte er 1975 als Gruppenleiter an das Europäische Laboratorium für Molekulare Biologie (EMBL) in Heidelberg. 1981 wurde er als Professor für Zellbiologie an die Universität Yale, USA, berufen, wo er bis 1997 tätig war. In diesem Jahr erfolgte seine Berufung auf den Lehrstuhl für Biochemie an der ETHZ. Er hat bereits mehrere bedeutende wissenschaftliche Auszeichnungen erhalten, gehört den Redaktionskomitees diverser wissenschaftlicher Zeitschriften an und ist Mitglied mehrerer akademischer Gesellschaften.

Quelle: Marcel-Benoist-Stiftung, Schweiz
goto top of page

© Österreichische Gesellschaft für Antimikrobielle Chemotherapie
© Universimed New Media GmbH
A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Strasse 8

office@infektionsnetz.at

 

 

 

 

 

 

A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Straße 8