In Koppl/Salzburg trat bei einem Jugendlichen eine eitrige, ansteckende Gehirnhautentzündung, verursacht durch Meningokokken, auf. Da der Erkrankte Tage zuvor den Sportlerball in Hof bei Salzburg besucht hatte, wurden alle Ballbesucher eingeladen, sich einer so genannten „Chemoprophylaxe“ zu unterziehen. Aus der Anzahl der verkauften Ballkarten ersichtlich, haben wahrscheinlich alle Besucher dieses sinnvolle, weil wirksame Angebot bei ihren Hausärzten umgehend genutzt.
Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich bei der Meningokokken-Infektion nicht um den vermuteten Stamm B, sondern um den Typ C handelte, gegen den es auch eine hochwirksame, sehr gut verträgliche Impfung gibt. Die HausärztInnen in Koppl, Hof, Thalgau, Faistenau und Ebenau raten den Jugendlichen, welche den Ball besucht haben, zu dieser Impfung.
Dr. Ernst Wenger, Impfreferent der Salzburger Ärztekammer: „Jedes Jahr beobachten wir Neuerkrankungen von Gehirnhautentzündung, wobei es vor allem bei Jugendlichen auch zu schweren bis hin zu tödlichen Verlaufsformenkommen kann. Leider führt diese Erkrankung auch nach der Abheilung manchmal zu schweren Behinderungen, vergleichbar mit der Kinderlähmung.
Die Meningokokken C-Impfung wird einmalig verabreicht (bei Kleinkindern zweimalig), kann ab dem zweiten Lebensmonat gegeben werden und gewährleistet bei sehr guter Verträglichkeit einen langjährigen Schutz. Vor allem Kinder und Jugendliche sollten diese Impfung nutzen, da es nicht nur in Österreich, sondern vor allem auch bei Gruppenreisen wie etwa Sprachferien ins europäische Ausland, im speziellen in England, Spanien, Irland und Niederlande immer wieder zu Meningokokken C-Infektionen kommt.
In England hat man vor einigen Jahren die Meningokokken C-Impfung flächendeckend eingeführt. Es kam dadurch innerhalb eines Jahres zu einem Rückgang der jährlichen Neuerkrankungen von 6.000 auf 30.
In Salzburg läuft derzeit eine Impfaktion mit einem preisermäßigten Impfstoff. Dazu der Präsident der Salzburger Apothekerkammer, Dr. Friedemann Bachleitner-Hofmann: „Wir haben den Impfstoffpreis im Aktionszeitraum bis 30. Juni 2008 deutlich herabgesetzt, um einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, sich impfen zu lassen. Der Impfstoff kostet jetzt in den Apotheken und ärztlichen Hausapotheken Euro 47,70“
Quelle: Ärztekammer Salzburg