Eine Infektion mit Neisseria meningitidis (Serotyp A , B, C, Y, W-135) tritt in Westeuropa und den USA mit einer Inzidenz von zwei Fällen pro 100 000 Einwohnern auf, fast immer sporadisch, und endet in ca. 10% der Fälle letal. Aufgabe der Vorsorge durch Impfungen ist der Schutz besonders gefährdeter Gruppen wie beispielsweise medizinisches Personal, militärisches Personal und Menschen in Endemiegebieten. Wohl aufgrund der Seltenheit der Erkrankung, dem zumeist (96% in USA und Europa) sporadischen Auftreten sowie dem Fehlen eines Impfstoffes gegen N. meningitidis Typ B ist ein Impfung im nationalen Impfplan für Österreich nicht vorgeschrieben.
Eine Infektion mit N. meningitidis kann mit einer grossen Breite unspezifischer Symptome wie Kopf und Gliederschmerzen, Unwohlsein, Müdigkeit, Vigilanzschwäche und gastrointestinalen Beschwerden beginnen und potentiell in eine Meningitis, Endokarditis, Pneumonie oder Arthritis führen. Das für den Patienten bedrohlichste Bild der Erkrankung stellt die Meningokokken-Sepsis dar, typische klinische Symptome sind hohes Fieber, Tachykardie, Hypotension und Tachypnoe. In diesem Stadium ist selbst bei sofortigem Erkennen und Beginn einer antibiotischen Therapie und intensivmedizinischer Betreuung der Verlauf kompliziert und oft innerhalb von Stunden letal. Das schnelle Erkennen und der Beweis mittels Kultur und Mikroskopie ist für den Patienten essentiell und daher Gegenstand der Forschung. Neueste Verfahren sind der direkte Erreger Nachweis mittels PCR, diese bietet auch die Möglichkeit, andere Erreger zu detektieren und eine Verlaufskontrolle zu führen das alles im Zeitrahmen von 6 Stunden
Vakzine für N. meningitidis sind bei den Serotypen A, C, Y, W-135 erhältlich in Form eines kombinierten Impfstoffs, Seroprotektion bestand bei 97% aller Kandidaten nach 28 Tagen. Bedingt durch die relativ kurze Inkubationszeit von 3-10 Tagen erscheint eine Impfung nach bewiesener Exposition, zum Beispiel bei Erkrankung eines Familienmitglieds oder des Partners, nicht sehr sinnvoll, kann aber ein Ausbreiten der Erkrankung im Sinn einer Endemie entgegenwirken. Massnahmen die in diesem Fall zum Schutz der nahe stehenden Personen getroffen werden sind eine effektive Chemoprophylaxe. Substanzen die bei Kindern zum Einsatz kommen sind Rifampin: 5mg/kg Körpergewicht bei Kindern <1 mo.; 10mg/kg Kö. Bei Kindern >1 mo, alternativ Einmaldosis 125 mg Ceftriaxone im.; Erwachsene erhalten 600mg Rifampin oral alle 12 Stunden für zwei Tage alternativ eine Einzeldosis 250 mg Ceftriaxone im.
Entwicklung und Einsatz konjugierter Meningokokken Impstoffe gegen Serotyp C ermöglichen besonders den Schutz gefährdeter junger Patienten zwischen 0 und 5 Jahren.
In vielen europäischen Ländern haben nationale Schutzprogramme durch diese neuartigen Vakzine zu einer fast vollständige Kontrolle über Meningokokken Serotyp C Ausbrüchen geführt.
Letzlich liegt es aber im Verantwortungsbereich von Eltern, Staat und behandelnden Arzt die Entscheidung zu Immunisierungsmassnahmen zu treffen und somit einen verlässlichen Schutz vor dieser ansonsten so gefürchteten Krankheit zu bieten.
Dr. M. Wejbora