Metronidazol wird zur Behandlung und Prophylaxe von bakterieller Vaginose angewendet und kann laut Studienergebnisse Amerikanischer Wissenschaftler das Risiko einer zusätzlichen Chlamydien-Infektion verringern.
In einer randomisierten, prospektiven Studie wurden 107 afrikanisch-amerikanische Frauen mit asymptomatischer bakterieller Vaginose untersucht und in Metronidazol- und Vergleichsgruppe unterteilt. Die Patienten der Metronidazol-Gruppe (n = 53) erhielten 5 Tage lang intravaginales Metronidazol vor dem Zu-Bett-Gehen sowie weitere sechs Monate lang zwei Mal pro Woche zur Prophylaxe.
Insgesamt dauerte es in der Metronidazol-Gruppe signifikant länger bis zur Entwicklung einer sexuell übertragbaren Erkrankung als in der Vergleichsgruppe (138 Tage vs. 94 Tage). Nach dem 6. Monat wies die Verumgruppe eine signifikant niedrigere Rate an sexuell übertragbaren Infektionen auf, bei einer Kontaktrate von 1,58 vs. 2,29 Personen/Jahr. Innerhalb von 12 Monaten betrug die Kontaktrate in der Verumgruppe 1,31 Personen/Jahr und in der Vergleichsgruppe 1,64 Personen/Jahr.
Dennoch war über den Zeitraum von 12 Monaten ein interessanter Trend zu erkennen: in der behandelten Gruppe trat eine signifikant niedrigere Rate an Chlamydien-Infektionen auf verglichen mit der Kontrollgruppe (8,6% vs. 27,1%). Alle anderen Infektionsraten zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.
Quelle: Schwebke JF, Desmond R: A randomized trial of metronidazole in asymptomatic bacterial vaginosis to prevent acquisition of sexually transmitted diseases. Am J of Obst and Gyn 196: 517, No. 6, Jun 2007.
10. September 2007