INFEKTIONEN
Malaria: Moskitonetze senken kindliche Mortalität [27.09.2007]

 

Der Gebrauch von Insektizid-präparierten Moskitonetzen (ITNs) verringert die Kindersterblichkeit um 44%. Darüber hinaus hat eine kombinierte Vorgehensweise von Social Marketing und freier Abgabe von ITNs ähnliche Effekte auf die Überlebensrate der Kinder, wie sie in vorangegangenen randomisierten kontrollierten Studien ermittelt wurden.

Der Schutz der Schlafstätten mit ITNs fand in Kenia mit einem Anstieg von 7% im Jahr 2004 auf 67% im Jahr 2006 eine rasche Verbreitung. Dr. Greg Fegan und Kollegen der KEMRI-Wellcome Trust Research Programme im kenianischen Kilifi untersuchten im Verlauf von drei Jahren einmal jährlich 3.500 Kinder unter fünf Jahren. Die Kinder stammten aus 72 ländlichen Gemeinden vier kenianischer Distrikte.

Sie stellten fest, dass die geschätzte Mortalitätsrate von Kindern, die unter einem erst kürzlich imprägnierten Moskitonetz schliefen, nur 56% der Mortalitätsrate bei ungeschützt schlafenden Kindern betrug, was einem schützenden Effekt von 44% entspricht. "Anhand dieser Daten schätzen wir, dass aufgrund des gestiegenen Gebrauchs von ITNs pro tausend präparierter Moskitonetzen wahrscheinlich sieben Todesfälle verhindert werden konnten. Es gibt jedoch je nach Region bedeutende Abweichungen in der Sterblichkeit - die stärksten Effekte wurden in Gebieten mit einer hohen Malaria-Übertragungsrate erzielt", so die Autoren.

In ihren Folgerungen zeigen sie sich überzeugt, dass während der Verbreitungsphase der ITN-Strategie ein wesentlicher Effekt erzielt wurde, und dass dies im Jahr 2006 die Todesfälle unter Kindern in den Distrikten mit hoher Gebrauchsdichte um ein Drittel verringern konnte. Sie bemerken weiter: "Spenderorganisationen sollten dieses als sinnvoll verwendetes Geld betrachten und erkennen, dass die jetzige Herausforderung in einer fortgesetzten und verstärkten Unterstützung besteht, um den Gebrauch solcher Netze weiterhin zu verbreiten."

In einem begleitenden Kommentar bemerken die Professoren Christian Lengeler und Don deSavigny vom Schweizerischen Tropeninstitut (STI) in Basel: "Mit dieser Arbeit wird der Gebrauch von Insektizid-imprägnierten Moskitonetzen als wichtige Maßnahme zur Kinder-Überlebensrate in den Malaria-Endemiegebieten südlich der Sahara gelegenen Regionen Afrikas bestätigt. Der fortlaufende Wechsel zu dauerhaft insektiziden Moskitonetzen wird diese Maßnahmen weiter verstärken."

Quelle: G W Fegan et al: Effect of expanded insecticide-treated bednet coverage on child survival in rural Kenya. A longitudinal study. Lancet 2007; 370: 1035

http://www.thelancet.com
goto top of page

© Österreichische Gesellschaft für Antimikrobielle Chemotherapie
© Universimed New Media GmbH
A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Strasse 8

office@infektionsnetz.at

 

 

 

 

 

 

A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Straße 8