Neuartiges Antibiotikum europaweit zugelassen

 

Mit dem Antibiotikum Tygacil (Tigecycline) steht ein neues Breitbandantibiotikum insbesondere für Haut- und Intraabdominal-Infektionen zur Verfügung.

Tygacil ist das erste in Europa zugelassene Antibiotikum der neuen Klasse der Glycylcycline. Es wurde von der Firma Wyeth zur Überwindung der beiden entscheidenden Tetrazyklin-Resistenzmechanismen, nämlich der Effluxpumpen und des Ribosomenschutzes, entwickelt und ist unbeeinflusst von anderen bakteriellen Resistenzmechanismen wie ESBLs (extended spectrum beta-lactamases), die die Anzahl verfügbarer Antibiotika-Alternativen begrenzt haben. Tygacil verfügt über eine In-vitro-Aktivität gegen viele grampositive und gramnegative Bakterien einschließlich Multidrug-resistenter Bakterien wie z.B. des Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) und des Vancomycin-resistenten Enterococcus (VRE).[1] Indiziert ist Tygacil bei komplizierten Infektionen der Haut und Weichteile sowie bei komplizierten Intraabdominal-Infektionen, die sich Patienten entweder im Krankenhaus oder im Zusammenleben mit anderen zuziehen.[1]

Effektiv gegen Krankenhausinfekte

Es wird geschätzt, dass sich die Zahl der jährlich im Krankenhaus erworbenen Infektionen in der erweiterten EU auf drei Millionen beläuft, was eine alarmierende Anzahl von 50.000 Todesfällen nach sich zieht.[2] Die unsachgemäße Anwendung von Antibiotika hat zu einer wachsenden Zahl resistenter Erreger in Europa geführt; viele dieser Organismen wie z. B. MRSA haben eine Resistenz gegen mehrere Antibiotika entwickelt.[3] Krankenhauspatienten sind aufgrund ihres oft geschwächten Immunsystems besonders gefährdet gegenüber diesen resistenten Bakterienstämmen[4], die Infektionen entwickeln, welche sich u. a. in infizierten Brandwunden, tiefen Abszessen, chirurgischen Wundinfektionen, Perforationen oder komplizierten Blinddarmentzündungen äußern.

Professor Mark Wilcox, Clinical Director of Microbiology & Infection Control, Leeds Teaching Hospital, erklärt: „Wenn ein Patient eine schwere Infektion im Krankenhaus entwickelt, dauert es zwischen 24 und 48 Stunden, bis das verantwortliche Bakterium genau bestimmt ist. In diesen kritischen frühen Stadien der Behandlung ist
es daher entscheidend, wirksame Breitband-Antibiotika zur Verfügung zu haben. Tygacil ist eine nützliche neue Alternative eines Breitband-Antibiotikums.”


Literatur:

[1] Opinion of the Committee for Medicinal Products for Human Use
on the Granting of a Marketing Authorisation for Tygacil(TM)
(tigecycline) – Annex I: Summary of Product Characteristics; London,
UK: European Medicines Agency, February 23, 2006

[2] Hospitals in Europe Link for Infection Control Through Surveillance (HELICS). About HELICS. Available at http://helics.univ-lyon1.fr/about.htm. Accessed February 20, 2006

[3] Goosens H, Ferech M, Stichele RV et al, for the ESAC Project Group. Outpatient antibiotic use in Europe and association with resistance; a cross-national database study; Lancet 2005; 365: 579–587.

[4] Shlaes DM, Gerding DN, John JF Jr et al, Society for Healthcare Epidemiology of America and Infectious Diseases Society of America Joint Committee on the Prevention of Antimicrobial Resistance: Guidelines for the Prevention of Antimicrobial Resistance in Hospitals; Clin Infec Dis. 1997; 25: 584–599.

Quelle: PRNewswire
goto top of page

© Österreichische Gesellschaft für Antimikrobielle Chemotherapie
© Universimed New Media GmbH
A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Strasse 8

office@infektionsnetz.at

 

 

 

 

 

 

A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Straße 8