INFEKTIONEN
Österreichs Pädiater sehen derzeit keine Änderung in der Nutzen-Risiko-Bewertung der HPV-Impfung [21.01.2008]

 

Stellungnahme des Präsidiums und des Vorsitzenden der Impfkommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde in Bezug auf die HPV-Impfung

Im Jahr 2007 wurden in Österreich sechs Fälle von unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen mit Gardasil®, dem HPV-Impfstoff, gemeldet; außerdem ist ein Todesfall (aus Presseberichten) bekannt geworden. Nach derzeitigem Stand des Wissens ist allerdings ein unerwarteter Todesfall 3 Wochen nach einer Impfung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung zu sehen. Mittlerweile wurde auch von der Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass der gerichtsmedizinische Befund keinen Zusammenhang zwischen der vorangegangen HPV Impfung und dem Todesfall herstellen konnte.

Unter den anderen sechs Meldungen ist ein Fall mit einer neurologischen MS-ähnlichen Herdsymptomatik drei Wochen nach der 2. Teilimpfung. Es handelt sich dabei um ein Krankheitsbild, dessen Ursache meist nicht geklärt werden kann und wo vereinzelte Fälle extrem selten nach nicht näher geklärten Infektionen und auch nach verschiedenen Impfungen beschrieben worden sind.

Alle anderen Meldungen betreffen nicht schwerwiegende Gesundheitsstörungen, sondern vorübergehende Befindlichkeitsstörungen oder zusätzliche Infektionserkrankungen.

Bei weltweit 22 Millionen verimpften Dosen haben derzeit weder die EMEA noch die FDA schwerwiegende gesundheitsschädliche Wirkungen der HPV-Impfung festgestellt. Ungeachtet dessen werden natürlich auffällige unerwünschte Nebenwirkungen weiter monitorisiert, um gegebenenfalls ein auffälliges Muster feststellen zu können, was bisher nicht der Fall war.

Auch die internationale Pharmakovigilanzübersicht gibt bisher keinen Hinweis auf schwerwiegende unerwünschte Nebenwirkungen nach der HPV-Impfung.

Die Mitglieder des Präsidiums und der Vorsitzende des Impfausschusses der ÖGKJ sehen derzeit keine Änderung in der Nutzen-Risiko-Bewertung der HPV-Impfung.


Stand vom 18. Jänner 2008

Prim. Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Kaulfersch
Präsident der ÖGKJ

Prim. Univ.-Prof. Dr. Klaus Schmitt
Vizepräsident der ÖGKJ

Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Kerbl
Erster Sekretär der ÖGKJ

Univ.-Prof. Dr. Ingomar Mutz
Vorsitzender der Impfkommission der ÖGKJ
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