Am 1. Oktober fand der Internationale Hepatitis Tag statt, mit dem Ziel, das Bewusstsein für die Erkrankung zu stärken. Der erste Internationale Hepatitis Awareness Tag fand 2004 mit der Veröffentlichung der Homepage
www.hep-links.com statt, ein Informationsportal für Menschen mit Hepatitis. In diesem Jahr lautet das Motto „Lass’ dich testen“ – Menschen sollen dazu ermutigt werden, sich einer Untersuchung zu unterziehen.
Zahlreiche Veranstaltungen weltweit sollen die Aufmerksamkeit auf Risikofaktoren, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten lenken. Seit der Einführung hat sich der Internationale Hepatitis Tag zu einer internationalen Bewegung entwickelt, mit Beteiligung des Europäischen Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation, der Europäischen Kommission, der European Association for the Study of the Liver, der internationalen Patientengruppen und anderer.
Chronische Hepatitis B
Sie gilt als großes und schweres Gesundheitsproblem: Weltweit sind ca. 350 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B infiziert. Die heimtückische Krankheit ist die zehnthäufigste Todesursache und wird durch das Hepatitis B Virus (HBV) verursacht. Unbehandelt kann es zu Leberzirrhose, Leberkrebs, Leberversagen und schließlich zum Tod führen. Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen (Speichel, Urin, Stuhl, Sperma, Vaginalschleim, Blut oder Blutplasma). Hepatitis B ist äußerst ansteckend – 50 bis 100 Mal mehr als AIDS.¹ Infiziert sich ein Mensch damit, entwickelt er zuerst eine akute Infektion. Dauert diese dann über sechs Monate an, wird sie als chronisch eingestuft und führt in der Regel zu einer lebenslangen Infektion. Die Symptome bei chronischer Hepatitis B sind ganz unterschiedlich: Manche Patienten leiden unter Gelbsucht, Müdigkeit, Unterleibsschmerzen, Schwindel, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Gelenksschmerzen. Andere wiederum zeigen gar keine Symptome und merken erst sehr spät, dass sie an chronischer Hepatitis B erkrankt sind. 0,5 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind Träger des Hepatitis B Virus.2 2005 wurden insgesamt 572 neue Fälle von Hepatitis B in Österreich gemeldet.3 Die häufigsten Ansteckungsarten sind die sexuelle Übertragung sowie infizierte Nadeln.4 Auch die Übertragung des Hepatitis B-Virus von einer Schwangeren auf ihr Kind ist möglich.
Telbivudine als neues Therapiekonzept
Ein primäres Therapieziel besteht darin, die Viruslast möglichst schnell und anhaltend zu senken, um möglichen Folgeerkrankungen (Leberzirrhose, Leberkrebs, Leberversagen) vorzubeugen. Der Wirkstoff Telbivudine erreicht eine schnellere und wirksamere Virussuppression als der Wirkstoff Adefovir, der sich in einem häufig verschriebenen Medikament zur Behandlung der chronischen Hepatitis B befindet, und zwar sowohl bei bisher unbehandelten Patienten als auch bei Patienten, die vorher bereits Adefovir eingenommen haben.
Die Ergebnisse dieser Vergleichsstudie wurden der European Association for the Study of the Liver (EASL) vorgestellt. Diese neuen Daten stammen aus einer Studie, die die Wirksamkeit von Telbivudine und Adefovir bei 135 Patienten mit CHB über einen Zeitraum von 12 Monaten miteinander verglich. Nach sechs Therapiemonaten hatten mehr als doppelt so viele Telbivudine-Patienten eine Reduktion der Hepatitis-B-Virus-(HBV)-Spiegel kleiner als 3 log10 Kopien/ml erreicht (49% unter Sebivo vs. 22% unter Adefovir). Von den 78% der Patienten in der Adefovir-Gruppe, bei denen sich nach sechs Monaten ein suboptimales Therapieansprechen gezeigt hatte, hatten nach einem Jahr diejenigen, die anschließend auf Telbivudine umgestellt wurden, eine zweimal größere Log-Reduktion in einem Jahr erreicht als diejenigen, die bei der Adefovir-Therapie geblieben waren (2,1 log10 versus 0,8 log10). Nach einem Jahr hatten die Patienten die Wahl, bei der Behandlung zu bleiben oder auf Telbivudine in die Folgestudie umzusteigen.
Vorausgehende Daten zeigten, dass die Patienten, die nach einem Jahr nicht optimal auf die Adefovir-Behandlung angesprochen hatten (HBV DNA > 3log10 Kopien/mL) und dann auf Telbivudine umstiegen, ebenso eine zusätzliche Virusuppression (1,95 log10) zwischen einem und eineinhalb Jahren erreicht hatten. Außerdem zeigte sich, dass 74% der Patienten, die Telbivudine während der ganzen 18 Monate erhalten hatten, eine HBV-DNA unterhalb der Nachweisgrenze (PCR-Negativität) erlangt hatten. Diese Ergebnisse ergänzen die Resultate der GLOBE-Studie, der größten weltweiten Zulassungsstudie, die mit CHB-Patienten jemals durchgeführt wurde. Diese Studie zeigte, dass Telbivudine nach zwei Jahren eine bessere Virussuppression erzielte als der Wirkstoff Lamivudin, die derzeit am häufigsten verschriebene Behandlung.
Die GLOBE Studie ist eine klinische Phase-III-Studie, bei der die Wirksamkeit und Sicherheit von Telbivudine sowie der aktuellen Standardtherapie Lamivudine bei Patienten mit kompensierter chronischer Hepatitis B miteinander verglichen wurden. Sie ist die bislang größte globale Zulassungsstudie bei Hepatitis B, an der 1.367 Patienten aus 20 Ländern und vier Kontinenten teilnahmen. Die Ergebnisse sprachen für sich – im Vergleich zu Lamivudine zeigte Telbivudine nach einjähriger Behandlungsdauer bei allen virologischen Markern ein statistisch signifikantes besseres Ansprechen sowie auch weniger Therapieresistenzen. Seit Beginn der zweijährigen Behandlung im Rahmen des klinischen Studienprogramms traten keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Telbivudine auf.
Quelle: Pressemitteilung Novartis Pharma GmbH