Die Tuberkulose stellt in Russland und den andere Nachfolgestaaten der Sowjetunion immer noch ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem dar. Das deutsch-russische Koch-Metschnikow-Forum zur Bekämpfung der Tuberkulose eröffnet nun mit der Aufnahme von BD (Becton Dickinson), einem führenden Unternehmen in der Tuberkulosediagnostik, neue Möglichkeiten und Dimensionen im Kampf gegen TB.
Die Verbreitung der Tuberkulose in Russland und den GUS-Staaten ist trotz der heutigen medizinischen Möglichkeiten noch immer sehr bedrohlich. In Ländern wie Kasachstan, Moldawien und Kirgisistan kommen auf 100.000 Einwohner bis zu 174 Tuberkulose-Patienten. Das Koch-Metschnikow-Forum (KMF) fördert mit seinen wissenschaftlichen Kooperationsprojekten die systematische Bekämpfung von Infektionskrankheiten und etabliert zusammen mit seinen russischen Partnern Untersuchungs- und Analysestandards. Diese Aktivitäten werden nun in Kooperation mit Becton Dickinson ausgeweitet. Ein besonderes Anliegen ist dabei der vermehrte Einsatz so genannter Schnell-Tests, wodurch mittels genauerer und schnellerer Analyse der Resistenzen gegenüber herkömmlichen Antibiotika eine gezielte Therapie mit optimalen Behandlungserfolgen ermöglicht werden soll.
In der Berlin Declaration haben Gesundheitsminister der 53 Länder der WHO-Euro-Region (zu der auch Russland und Zentralasien gehören) das Problem der Tuberkulose in der Region und die entscheidenden Schritte zu seiner Bekämpfung festgehalten. Der Zeitpunkt des Beitritts ist gut gewählt, denn schließlich werden Becton Dickinson und das Koch-Metschnikow-Forum mit Projekten zur Verbesserung der Tuberkulosediagnostik in den Partnerländern Russland und in Zentralasien im Sinne der Berlin Declaration aktiv: In den Projekten wird ein schnelleres Diagnostikverfahren auf Basis von Flüssigkulturen zum Nachweis der Tuberkulose eingesetzt. Dieses Verfahren wurde jüngst von der WHO offiziell zur Diagnose der Tuberkulose empfohlen.
Schnellere Diagnoseverfahren
Diese modernen Flüssigkulturen erlauben eine sichere Diagnose innerhalb weniger Tage. Herkömmliche Kulturtechniken, wie der vor über 100 Jahren entwickelte und häufig noch angewandte Sputumausstrich, gestatten erst nach vielen Wochen eine Risikoabschätzung. Prof. Dr. Helmut Hahn von der Berliner Medizinischen Gesellschaft und Vorsitzender des Koch-Metschnikow-Forums unterstreicht den erheblichen Fortschritt: „Die moderne Diagnostik hat ihr Potenzial in zahlreichen Studien bewiesen. Die Kooperation des Koch-Metschnikow-Forums mit Becton Dickinson schafft eine starke Allianz für den Kampf gegen die Tuberkulose. Jetzt ist die Politik gefordert, diese Tests flächendeckend verfügbar zu machen und die gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen.“ Das neue Verfahren mit Hilfe von Flüssigkulturen ist eine wirksame Waffe gegen die Weiterverbreitung der Tuberkulose. Dr. Timo Ulrichs, Leiter der Sektion Tuberkulose des Koch-Metschnikow-Forums, konstatiert: „Der neue Test erlaubt die schnelle Detektion von Resistenzen. Dadurch kann eine gezielte Therapie eingeleitet werden, die die Heilungschancen enorm verbessert. Resistenzen können zukünftig besser kontrolliert werden. Durch die effektive Behandlung der Tuberkulosepatienten wird die weitere Ausbreitung der Tuberkulose erheblich eingeschränkt. Insgesamt hilft die Verbesserung der Diagnostik, die Tuberkulose wirksam zu bekämpfen.“
Becton Dickinson unterstützt die Aktivitäten des Koch-Metschnikow-Forums intensiv. „Wir sind stolz, diese richtungweisenden Projekte zu unterstützen. Das Koch-Metschnikow-Forum verfügt über hochqualifizierte Fachkräfte und einzigartiges Spezialwissen. Becton Dickinson leistet logistische und wissenschaftliche Hilfe. Wir sehen es als unsere Aufgabe, in den betroffenen Ländern den Zugang zu notwendigen Therapien zu erleichtern und das Gesundheitswesen dort auszubauen“, so Matthias Borst, Geschäftsführer der BD Deutschland GmbH. Der Geschäftsbereichsdirektor und Leiter der BD Global Health Initiative Europa, Detlef Siewert erklärt: „Die automatischen Tuberkulosetests bieten die Möglichkeit, Tuberkulose auch in Hochrisikoländern in einer bisher ungekannten Intensität zu bekämpfen. Sie ermöglichen den einfachen, zuverlässigen und schnelleren Nachweis der Mykobakterien. Musste man früher bis zu 3 Monate auf ein abschließendes Ergebnis warten, erhält man heute sichere Ergebnisse binnen 10 bis 14 Tagen.“
Quelle: pse Communication GmbH