Die Klasse 6C des Wiener Gymnasiums in der Billrothstraße wollte es genau wissen: Wie ist das mit Aids, wie kommt es zur Übertragung der Krankheit, was bedeutet Aids für Österreich – und was geschieht in Afrika? Mit dem Workshop „Stop Aids - Lesson for Life“, der von World Vision Österreich angeboten wird, reflektierten die Schüler über ihr eigenes Infektionsrisiko in Österreich.
Gleichzeitig wurden sie aber auch mit der Situation von Kindern und Jugendlichen, die in Afrika von Aids betroffen sind, konfrontiert. Denn im südlichen Afrika sind bereits mehr als 11 Millionen Kinder zu Aids-Waisen geworden. World Vision Österreich engagiert sich intensiv für diese Kinder.
Schüler „lehren“ Schüler
Mit Schülerinitiativen wird auch in Mosambik über Aids informiert. Schüler sind für andere Jugendliche die glaubwürdigsten Zeugen. Das kann auch ein Modell für Österreich sein, denn „Aids wird bei uns in Österreich bereits wieder verdrängt, dadurch steigt die Gefahr, dass sich Jugendliche nicht mehr ausreichend schützen. Die Information, was Aids in Afrika anrichtet, hat die Schüler aufgerüttelt“, so Lisa Sterzinger von World Vision, die das Projekt begleitete.
Das Wissen weitergeben
Die Schüler wollten ihr erarbeitetes Wissen nicht für sich behalten. Mit einem „Stop Aids Tag“ zum Ende des Schulsemesters haben sie die 450 Schüler der vierten bis achten Klassen ihrer Schule mit dem Thema konfrontiert. Wissensstationen zu Themen wie „Krankheitsbild“, „Prävention und Verantwortung“, „Aids in Afrika“, „Infektionsweg“ oder „Risikogruppen“ zeichneten ein lebendiges Bild von der Krankheit und von den Möglichkeiten, sich zu schützen. Englischlehrerin Renate Klag: „Es ist wunderbar, dass die Information von Gleichaltrigen kommt. Diese Methode der Peer Education (Gleichaltrige lernen voneinander) sollte gerade bei sensiblen Themen wie HIV/Aids verstärkt praktiziert werden.“ In einer Informationsrunde konnten die Schüler ihrer Klasse auch Fragen an die „Experten“ der 6C stellen. Natürlich auf Englisch, weil die Anregung vom Englischunterricht ausging. Sterzinger: „So wird lebenspraktischer Unterricht ideal mit Sprachunterricht verknüpft“.
Ein voller Erfolg für „Stop Aids“
Von den Schülern und Lehrern wurde die Initiative der 6C sehr positiv aufgenommen und hat viele nachdenklich gemacht. Ein Modell, das Schule machen sollte. Federführend waren bei diesem Projekt der Geographielehrer Christian Dohlhofer und die Englischlehrerin Ingrid Stejskal. Im Rahmen einer Parlamentsveranstaltung zum 20. Weltaidstag im Dezember hatte die Klasse die Ergebnisse ihrer Projektarbeit bereits NR-Präsidentin Barbara Prammer präsentiert.
Info: Der Workshop „Stop Aids – Lesson for Life“ kann bei World Vision Österreich angefordert werden