Laufende Tests für einen HIV-Impfstoff wurden gestoppt. Der Impfstoff galt als viel versprechender Wirkstoff im Kampf gegen Aids, konnte allerdings bei einigen Personen mit hohem Ansteckungsrisiko eine Infektion nicht verhindern.
Der Impfstoff galt in der Pharmaindustrie als sehr viel versprechend. In seine Entwicklung wurden insgesamt zehn Jahre Forschung investiert. Die multizentrische, randomisierte, doppel-blinde, Placebo-kontrollierte Phase II-Studie „Step“ fand von Dezember 2004-bis März 2007 statt und umfasste 3.000 Hiv-negative Personen, die freiwillig an der Studie teilnahmen. Die Probanten waren im Alter von 18 und 45 Jahren und kamen aus unterschiedlichen Personenkreisen. Für die meisten Teilnehmer bestand ein hohes Infektionsrisiko (Homosexualität, Prostitution).
Der Impfstoff enthielt ein verbreitetes Erkältungsvirus und Kopien von drei HIV-Genen. Es bestand die Hoffnung, dass der Kontakt mit den Genen zu einer direkten Immunreaktion des Körpers führt. Der Organismus sollte die Zellen, in denen das HI-Virus enthalten war, erkennen und zerstören.
Leider fielen die Ergebnisse anders als ursprünglich erhofft aus: Laut Hersteller infizierten sich in der Verumgruppe 24 der 741 geimpften Personen und in der Kontrollgruppe 21 von 762 ungeimpften Freiwilligen. Eine unabhängige Expertengruppe empfahl daraufhin, von weiteren Impfungen abzusehen.
„Diese Studie war die erste in dieser Form und lieferte uns schneller und effizienter Informationen als eine traditionelle Phase III-Studie. Während wir sehr enttäuscht sind, dass dieser Impfstoff keinen Schutz bietet, haben uns die Daten dieser Studie auch entscheidende Erkenntnisse über diese Erkrankung sowie die zukünftige Impfstoffentwicklung geliefert“, so Larry Corey, MD und Studienleiter des HIV Vaccine Trials Network.
Quelle: Pressemitteilung der HVTN: “Vaccination and Enrollment Are Discontinued in Phase II Trials of Merck's Investigational HIV Vaccine Candidate. Interim Analysis of STEP Study Shows Vaccine was not Effective”