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Virale Epidemien: einfache Interventionen möglich? [06.11.2007]

 

Virale Epidemien oder Pandemien wie die Influenza oder das schwere akute Atemwegssyndrom (SARS) stellen eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Antivirale Medikamente und Vaccine reichen nicht aus, um derartigen Katastrophen vorzubeugen. Eine Meta-Studie hat mögliche Interventionsmaßnahmen untersucht.

Ziel einer Studie der Cochrane Collaboration war die Erstellung eines systemischen Rückblicks über die Wichtigkeit der Effektivität von Interventionen, um die Ausbreitung respiratorischer Viruse zu verhindern oder zu reduzieren (nicht miteinbezogen wurden Bericht über Vaccines und antivirale Medikamente). Dabei wurden insgesamt 2.300 Titel gescreened, wovon 2.162 Artikel ausgeschlossen und die restlichen 138 in die Auswertungen miteinbezogen wurden.

Studienergebnisse
Die besten RCTs geben an, dass eine respiratorische Virusausbreitung durch hygienische Maßnahmen bei jungen Kindern vorgebeugt werden kann. Auch andere Studien geben an, dass es ein großer Vorteil wäre, wenn die Übertragung von Kindern auf andere Mitglieder des Haushaltes vermindert werden könnte. Sechs Fallkontrollstudien machen deutlich, dass ein Verhindern von Übertragung, Isolation sowie hygienische Maßnahmen in Bezug auf respiratorische Virusepidemien sehr effektiv sein kann. Es wurden keine deutlichen Hinweise darauf gefunden, dass die unbequemen und teureren N95-Masken besser schützen als die einfachen Masken für Chirurgen. Ein verbesserter Effekt von Seifen mit speziell zugesetzten Viruziden oder Antiseptika im Vergleich zu normalen Seifen ist unsicher.

Fazit
Die Autoren fassen zusammen, dass einfache und billige Interventionsmaßnahmen ebenso sinnvoll sind, um das Übertragungsrisiko zu vermindern. Routinierte Langzeitimplementierung derartiger Maßnahmen sind ohne drohendes Bevorstehen einer Epidemie schwer vorstellbar.

Quelle: Jefferson T et al: Interventions for the interruption or reduction of the spread of respiratory viruses. Cochrane Database of Systematic Reviews 2007, Issue 4. Art. No.: CD006207. DOI: 10.1002/14651858.CD006207.pub2
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