Belgien kündigt 3 Millionen Euro Fördermittel für die Entwicklung von Mikrobioziden an. Frankreich will ebenfalls einen Beitrag leisten und unterstützt die Forschung mit 200 000 Euro. Mikrobiozide könnten einen wirkungsvollen Bestandteil der HIV-Prävention bei Frauen darstellen, indem sie lokal appliziert, das Infektionsrisiko senken.
Laut den aktuellen Berichten der WHO und des UN-Programms für HIV/AIDS (UNAIDS), der am 21. November 2006 veröffentlicht wurde, sind zu diesem Zeitpunkt mehr Frauen mit HIV infiziert, als jemals zuvor. Die 17,7 Millionen HIV-infizierten Frauen bedeuten einen Anstieg von über einer Million im Vergleich zu 2004.
Mikrobiozide sind vaginal-applizierte Substanzen, die hergestellt werden, um die Transmission von HIV während des Geschlechtsverkehrs zu reduzieren. Ein Mikrobiozid kann als Gel, Creme, Film, Zäpfchen oder Schwamm eingesetzt werden oder auf einem Vaginalring enthalten sein, der die aktiven Wirkstoffe protrahiert freigibt.
Die Form der Anwendung ist vielfältig, und Mikrobiozide könnten auch in einer anderen Zusammensetzung und mit einer neuen Anwendungsmethode eingesetzt werden.
Die experimentelle Substanz TMC120, unter dem Wirkstoffnahmen Dapivirin bekannt, ist ein Präparat, das derzeit als Mikrobiozid entwickelt wird. Das für die Entwicklung beauftragte Unternehmen führt derzeit Verträglichkeitsstudien am Menschen durch und plant bereits die Durchführung von Wirksamkeitsstudien. Man hat zudem bereits die Verträglichkeit von Dapivirin in Vaginalringen getestet.
Der gestrige Welt-Aids-Tag brachte nun den nötigen finanziellen Antrieb, als die belgische Regierung für die Forschung im Bereich Mikrobiozide einen Zuschuss in Höhe von 3 Millionen Euro bewilligte. Diese erstmalige Unterstützung durch die belgische Regierung zeigt, dass die Entwicklung von Mikrobioziden für Frauen in Entwicklungsländern bemerkenswerte Unterstützung genießt.
Dazu Dr. Zeda Rosenberg, Leiterin in der Entwicklung von Mikrobioziden: "Mikrobiozide für die Prävention von HIV werden von Frauen in Entwicklungsländern verzweifelt gebraucht und dieses Engagement bringt uns ihrer Realisierung einen Schritt näher.“
Auch die französische Regierung hat für 2006 erstmalig einen Zuschuss in Höhe von 200.000 bewilligt, der die Arbeit im Bereich der Forschung und Entwicklung von Mikrobioziden fördern soll.
Bereits vor diesen Ankündigungen am Welt-Aids-Tag hatte die niederländische Regierung Anfang November einen Zuschuss in Höhe von 12 Millionen Euro über vier Jahre bewilligt.
Die Regierungen von Irland, Norwegen und Schweden erhöhten ebenfalls ihre Unterstützung seit der 16. internationalen Aidskonferenz in Toronto, im August 2006. Die Bedeutung und die Hoffnung, die man in das Projekts setzt, zeigt die umfassende Liste an weiteren Unterstützer zu denen Kanada, Dänemark, Großbritannien, die USA, die europäische Kommission, die Rockefeller Stiftung, die Bill & Melinda Gates Stiftung und die Weltbank gehören
Autor: Dr. M. Wejbora