INFEKTIONEN
Wichtige Erkenntnis auf dem Weg zur Tumorimpfung [27.09.2007]

 

Das Verständnis des körpereigenen Immunsystems und insbesondere dessen wichtigsten „Helfern“, der Makrophagen und der „dentritischen Zellen“, ist unumgänglich für die erfolgreiche Behandlung von vielen Krankheiten, unter anderem auch für die Krebstherapie. In Innsbruck trafen sich über 250 Fachleute aus der ganzen Welt, um sich über die neusten Erkenntnisse in diesem wichtigen Wissenschaftsfeld auszutauschen.

Der Schwerpunkt des 21. Europäischen Kongresses über Makrophagen und dendritische Zellen, der von einem Team um Prof. Günter Weiss von der Univ.-Klinik für Innere Medizin organisiert wurde, waren neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Rolle von Makrophagen und dendritischen Zellen bei Infektionen, in der Krebstherapie und bei Autoimmunerkrankungen. Zu dem Kongress wurden über 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Europa, den USA, Asien und Australien erwartet.

Effektive Therapien entwickeln
Makrophagen und dendritische Zellen sind zentrale Komponenten der natürlichen Immunität. Therapeutisch wird heute versucht, Makrophagen und dendritischen Zellen zu modulieren, um somit chronische Infektionen, wie Tuberkulose, Pilzinfektionen, oder parasitäre Infektionen, effektiver zu behandeln zu können. Dies soll aber auch dazu führen, dass sich im Körper entwickelnde Tumorzellen von diesen Immunabwehrzellen besser erkannt und rascher eliminiert werden können. Eine Möglichkeit ist die so genannte „Tumorimpfung“, bei der dendritische Zellen gegen Oberflächenproteine von Tumorzellen „trainiert“ werden. Ein weiterer wichtiger therapeutischer Aspekt in der Modifikation der Funktion von Makropahgen und dendritischen Zellen ist umgekehrt, die fehlregulierte und überschießende Immunantwort bei Autoimmunerkrankungen, zum Beispiel chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn) oder rheumatoide Arthritis, zu kontrollieren.

Forschungsschwerpunkt in Innsbruck
In Innsbruck arbeiten seit Jahren mehrere Forschergruppen auf diesem Gebiet. Dies war nicht zuletzt ein Grund dafür, dass dieser renommierte Kongress heuer in Innsbruck stattfand. Die breite Expertise war auch ein wesentliches Argument dafür, dass die Medizinische Universität Innsbruck „Infektion und Immunität“ als einen ihrer zentralen Forschungsschwerpunkt definiert hat. Derzeit laufen Bemühungen, einen Spezialforschungsbereich (SFB) zur weiteren und vertieften wissenschaftlichen Erforschung von Makrohagen und dendritischen Zellen (gefördert durch den FWF) in Innsbruck zu errichten.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Günter Weiss, Klinische Abteilung für Allgemeine Innere Medizin, Klinische Infektiologie und Immunologie,
Tel.: +43 512 504-23255 bzw. 504-81078, E-Mail: Guenter.Weiss@i-med.ac.at

Quelle: Medizinische Universität Innsbruck
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