Für ihre Diplomarbeit zum West Nil Virus wurde die Jung-Wissenschafterin Dipl. Ing. (FH) Christina B. Planitzer heute von Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn mit dem Würdigungspreis für NachwuchsforscherInnen ausgezeichnet.
Das dem FSME-Erreger ähnliche West Nil Virus wird durch Moskito-Stiche übertragen und kann insbesondere bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem zu Enzephalitis oder Meningitis führen. Das vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten vorkommende Virus ist 1999 erstmals in New York aufgetreten und hat sich binnen weniger Jahre über den gesamten nordamerikanischen Kontinent ausgebreitet. Mit mehr als 2,5 Millionen, überwiegend asymptomatisch verlaufenden, WNV-Infektionen, hat dies seit HIV zur wichtigsten viralen Epidemie in der westlichen Hemisphäre geführt.
„Wir haben mittels eines funktionalen in vitro Testsystems gemessen, in welchem Umfang Immunglobulin-Produkte aus amerikanischem Plasma Antikörper gegen den West Nil Virus enthalten. In einem in vivo Versuch wurde das dann mit ihrer Protektivität korreliert“, fasst Planitzer das zentrale Ergebnis ihrer Arbeit zusammen. „Ein besseres Verständnis dieser Zusammenhänge kann eine wichtige Grundlage für die Prävention oder Therapie insbesondere von Risikopatienten liefern.“ Unter dem Titel "West Nile Virus Neutralization by US Plasma-Derived Immunoglobulin Products" ist die Arbeit mittlerweile im international renommierten Journal of Infectious Diseases (2007: 435-40) erschienen.
Christina B. Planitzer (Jahrgang 1982) ist Absolventin des Diplomstudiengangs „Molekulare Biotechnologie“ am FH Campus Wien. Unter der Betreuung von Dr. Thomas R. Kreil und Dr. Jens Modrof und Min.-Rat Dr. Johann Kurz (Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend) hat sie ihre Diplomarbeit in der Studien- und Forschungsabteilung für biologische Sicherheit (Global Pathogen Safety) des Unternehmens Baxter in Wien verfasst, wo sie jetzt auch als Dissertantin weiter in der Forschung tätig ist. Baxter ist einer der weltweit größten Hersteller von Immunglobulinen. Vor allem Patienten mit angeborenem Immunglobulin-Mangel sind auf solche Medikamente angewiesen, sie werden aber unter anderem auch in der Behandlung von Autoimmun-Erkrankungen eingesetzt.
„Der Würdigungspreis soll die Arbeit talentierter Nachwuchs-Wissenschafter ins Rampenlicht rücken und das beeindruckende Forschungsniveau unserer Ausbildungseinrichtungen aufzeigen“, sagt Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn. „Die hohe Qualität der heute ausgezeichneten Arbeiten bestätigt einmal mehr die Kompetenz des Forschungsstandortes Österreich im Bereich Biotechnologie und Biomedizin und die gute Zusammenarbeit zwischen der Industrie und unseren Fachhochschulen, die mir als Forschungsminister sehr am Herzen liegt.“
Quelle: B&K – Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung