INFEKTIONEN
FSME: unverändert hohes Risiko für Ungeimpfte [03.03.2008]

 

Trotz der hohen Durchimpfungsrate in Österreich 2007,es wurden nur mehr 46 FSME-Fälle registriert,gehen Ungeimpfte ein grosses Risiko ein an der gefährlichen FSME zu erkranken, da sich das FSME-Virus weiter verbreitet. Eine Dynamik ,die nicht nur in Österreich sondern auch in anderen Regionen Europas zu beobachten ist.

Die FSME-Impfung bietet einen ausgezeichneten Individualschutz,aber auf die Viruszirkulation in der Natur, die Verbreitungsgebiete oder auf die Häufigkeit des Auftretens infizierter Zecken hat dies keinen Einfluss. Daher sind auch in Österreich ungeimpfte Personen einem unverändert hohem Risiko ausgesetzt an FSME zu erkranken.

Der Trend zu neuen und bisher unbekannten Infektionsorten hat sich auch 2007 fortgesetzt. Betrachtet man die letzten 25 Jahre, so lässt sich unschwer erkennen,dass ständig neue Infektionsorte dazu kommen,zuletzt im Salzburger Salzachtal, bei Schefflau in Tirol und im oberösterreichischen Innviertel. Dieser Umstand lässt keinen Zweifel daran,dass das FSME-Virus in Bezug auf seine Verbreitungsgebiete in Bewegung ist,trotz einer Durchimpfungsrate 2007 in Österreich von 88%. Es ist anzunehmen, dass diese Dynamik, die auch in anderen Regionen Europas zu beobachten ist,in einem Zusammenhang mit der globalen Klimaerwärmung zu sehen ist.

Die Durchimpfungsraten in den meisten europäischen Ländern sind im Vergleich zu Österreich noch immer viel zu niedrig. In Deutschland etwa liegt die Durchimpfungsrate 2007 bei kläglichen 24%, in Tschechien nur mehr bei 16%. Daher wird die FSME auch zunehmend ein Thema für die Reisemedizin-vorallem im EURO Jahr 2008. Im nun offenen Europa erfolgen rund 78 Mio Reisen jährlich in europäische Endemiegebieten. So ist das Risiko für ungeimpfte Reisende in einem Endemiegebiet wie Österreich an FSME zu erkranken vergleichbar mit dem Risiko als ungeimpfter Tourist in einem hoch endemischen Gebiet an Typhus zu erkranken. Diesem Risiko sind sich viele Reisende noch nicht bewusst. Selbst in Österreich bestehen betreffend FSME, vorallem bei den jüngeren Zielgruppen noch Wissenslücken und daher noch Aufklärungsbedarf. Hier ist auch ein Appell an die niedergelassenen Ärzte zu richten ihre patienten an die FSME Impfung bzw. Auffrischung zu erinnern.

Quelle: Klinisches Institut für Virologie, Medizinische Universität Wien
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