FUSIDINSäURE
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Antibakterielles Spektrum Kreuzresistenz
Indikationen Dosierung Kontraindikationen
Nebenwirkungen Vorsichtsmaßnahmen Pharmakokinetik
Allgemeine Beurteilung    
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung
Keine Verwandtschaft mit anderen Antibiotika
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Wirkmechanismus
Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese. Fusidinsäure weist prinzipiell einen bakteriostatischen Effekt auf, jedoch werden im Serum und vielen Geweben bei normaler Dosierung bakterizide Konzentrationen erreicht.
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Handelsnamen
Österreich Fucidin, Fucithalmic
Deutschland Fucidine
Schweiz Fucidin, Fucithalmic
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Anwendungsarten
Oral, parenteral (i.v.), lokal: Salbe, Augengel
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Antibakterielles Spektrum
Staphylococcus aureus, MRSA, ca-MRSA, Staphylococcus epidermidis, MRSE, Corynebacterium spp., Clostridium spp., Propionebacterium acnes, Peptokokken, Peptostreptokokken, z.T. Bacteroides fragilis;
Mycobacterium tuberculosis, Mycobacterium leprae, Legionella spp., Bordetella pertussis, Coxiella burnetti
gram-neg. Kokken: Neisseria gonorrhoeae, N. meningitidis
Mäßig nur: Streptokokken, Pneumokokken
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Kreuzresistenz
Keine
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Indikationen
1. Indikationen Fucidin® Filmtabletten, Trockensubstanz:
a. Infektionen durch Staphylococcus aureus:
Osteomyelitis, traumatische und chirurgische Wundinfektionen, Haut- und Weichteilinfektionen (Abszesse, Furunkulose, Phlegmone, Pyodermien, Verbrennungen), Pneumonie, Sepsis, Leber- und Milzabszesse, Mastitis, Fremdkörperinfektionen.
b. Antibiotikaassoziierte Colitis durch Chlostridium difficile
Bei normalen Infekten wird Fucidin® in Monotherapie eingesetzt.
Bei schweren und langdauernden Behandlungen ist auch eine Kombinationstherapie mit ß-Lactam/Erythromycin/Vancomycin/Rifampicin/Clindamycin möglich (in Kombination werden additive und synergistische Effekte erzielt).
2. Indikationen Fucidin® Trockensubstanz: Infektionen durch Fusidinsäure-empfindliche Erreger, insbesondere Staphylokokkeninfektionen, wie Osteomyelitis, Septikämie, Endokarditis, superinfizierte zystische Fibrose, Pneumonie und Infektionen der Haut; Wundinfektionen nach Operationen und Traumen.
3. Indikationen Fucidin®-Salbe: Bakterielle eitrige Erkrankungen der Haut wie Pyodermien, Impetigo, Abszesse, Furunkel, Karbunkel und Panaritien, infizierte Ekzeme und andere bakterielle Superinfektionen der Haut (wie z.B. bei Wunden und Verbrennungen).
4. Indikationen Fucithalmic®-Augengel: Bakterielle Infektionen des vorderen Augenabschnitts, die durch Fusidinsäure-empfindliche Keime hervorgerufen werden, z.B. Konjunktivitis, Blepharitis, Hordeolum, Blepharokonjunktivitis, Dakryozystitis, Ulcus serpens, Sekundärinfektionen bei Herpes corneae, sekundär infiziertes Ulcus corneae, Infektionsprophylaxe bei Verletzungen des vorderen Augenabschnittes z.B. durch Fremdkörper.
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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Kinder
3-4 x 0,5g 35 mg/kg/d in 3-4 Dosen
Gleiche Dosis per os/i.v.
 
Dosierung bei schwerer Nierenfunktionsstörung
Keine Dosisreduktion bei Niereninsuffizienz
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Kontraindikationen
Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Fusidinsäure.
Bestehende Leberschädigung, Besondere Vorsicht bei: azidotische, ikterische Neugeborene, Frühgeborene.

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Nebenwirkungen
Oral: Magenschmerzen, Brechreiz, Erbrechen (seltener bei Verabreichung mit Mahlzeit);
Bei einigen Patienten vorübergehende Erhöhung des Serumbilirubins und einiger Leberenzyme;
i.v.-Infusion: vereinzelt Venenspasmen und Thrombophlebitiden, bei hohen Dosierungen reversibler Transaminasenanstieg sowie Gelbsucht. Diese Nebenwirkungen klingen nach Absetzen des Medikaments wieder ab.
Haut: Pruritus, Hautreizungen, vorübergehendes Brennen oder Stechen, trockene Haut, Erytheme, Ekzeme, Kontakt-Dermatitis und Haut-Rash.
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Vorsichtsmaßnahmen
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion, Patienten die potentiell hepatotoxische Medikamente erhalten, Patienten mit Gallenwegsverstopfung.
Systemisch verabreichtes Fucidin® hemmt kompetitiv die Bindung von Bilirubin an Albumin.
Fucidin®-Filmtabletten enthalten 72mg Lactose.
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Pharmakokinetik
Ausscheidung: primär durch die Galle
Halbwertszeit: 4-6h bzw. 14-16h nach wiederholten Gaben
Dialysierbar: nein
Absorption: oral nahezu vollständig resorbiert

Verteilung
Gut
Mäßig
Schlecht
Knochen, Synovialflüssigkeit, Haut, subkutanes Fettgewebe, Lunge, Bronchialsekrete, Pleura, Muskel, Herzmuskel, Leber, Niere, Prostata, Augenkammerwasser, Abszesse (!), Infizierte Gelenke (!)    Nichtentzündlicher Liquor, Muttermilch  

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Allgemeine Beurteilung
Steroidantibiotikum mit sehr guter Penetration, auch intrazelluläre Wirkung, Anwendung bei Staphylokokkeninfektionen incl. MRSA, ca-MRSA, Clostridien-Diarrhoe.
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