NITROFURANTOIN
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Antibakterielles Spektrum Indikationen
Dosierung Kontraindikationen Nebenwirkungen
Vorsichtsmaßnahmen Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung
Nitrofuran
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Wirkmechanismus
bakteriostatisch; Enzymhemmung im Kohlenhydratstoffwechsel?
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Handelsnamen
Österreich Furadantin, Nitrofurantoin "Agepha"
Deutschland Cystit, Furadantin
Schweiz Furadantin retard
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Anwendungsarten
oral
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Antibakterielles Spektrum
Erreger von Harnwegsinfektionen: E.coli, Citrobacter, Klebsiella, Enterobacter; zusätzlich: gram-positive Kokken (Enterococcus faecalis, Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis, Staphylococcus saprophyticus); oft resistent: Providencia, Serratia, Proteus, Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter
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Indikationen
Reserveantibiotikum bei therapieresistenten Harnwegsinfektionen
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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Kinder
3 x 100 mg/d 5 mg/kg/d verteilt auf 3 Einzeldosen
 
Dosierung bei schwerer Nierenfunktionsstörung
nicht anwenden bei GFR < 50 ml/min
 
Dosierung bei schwerer Leberfunktionsstörung:
nur mit großer Vorsicht anwenden
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Kontraindikationen
Niereninsuffizienz (Kumulation mit erhöhter Gefahr für Polyneuropathie), Schwangerschaft, Stillzeit, Frühgeborene, Neugeborene bis Ende 3.Lebensmonat, bekannte Überempfindlichkeit; Erkrankungen, die auch als Nebenwirkung von Nitrofurantoin auftreten können: chronische Lungenfibrose, Cholestase, chronische Hepatitis, hämolytische Anämie, Polyneuropathie, Elektrolythaushaltsstörungen

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Nebenwirkungen
häufig: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, gastrointestinale Störungen
Polyneuropathie (besonders bei Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus)
Lungenreaktionen:
– akut: nach einigen Stunden und reversibel – allergisches Lungenödem (Atemnot, Husten, Fieber, Lungeninfiltrationen)
– chronisch: nach > 6Monaten und nur partiell reversibel – interstitielle Pneumonie, Lungenfibrose
Allergische Reaktionen:
– Hautreaktionen: Pruritus, Urtikaria; Arzneimittelfieber, angioneurotisches Ödem,
– selten: Stevens-Johnson-, Lyellsyndrom, anaphylaktische Schock
Leberreaktionen:
– reversible Cholestase, chronisch aktive/granulomatöse Hepatitis
hämolytische Krisen bei Patienten mit Gluklose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel
vereinzelt: Leukopenie, Thrombozytopenie, aplastische Anämie, Agranulozytose, megaloblastäre Anämie
Autoimmunreaktionen (Lupus-like-syndrome)
bei hohen Dosen: reversible Hemmung der Spermatogenese
in vitro: mutagen/karzinogene Wirkung nicht beobachtet – tierexperimentell erhöhte Missbildungsrate
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Vorsichtsmaßnahmen
wöchentliche Kontrollen von Blutbild, Leber- und Nierenwerten
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Pharmakokinetik
Ausscheidung: großteils renal (teilweise als unwirksame Metaboliten), teils Galle
Halbwertszeit: 20-35 Minuten
Halbwertszeit bei gestörter Nierenfunktion: verlängert
Dialysierbar: ja
Absorption: fast vollständig

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Allgemeine Beurteilung
Harnwegs-Therapeutikum aus der Gruppe der Nitrofurane, kann zu schweren, oder sogar tödlichen Nebenwirkungen führen (PNP, akute und chron. Lungenreaktionen, Allergie), heute nahezu obsolet
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