TIGECYCLIN
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Antibakterielles Spektrum Kreuzresistenz
Indikationen Dosierung Kontraindikationen
Nebenwirkungen Interaktionen Vorsichtsmaßnahmen
Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung  
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung
Glycylcyclin-Antibiotikum
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Wirkmechanismus
Tigecyclin hemmt die Translation bei der bakteriellen Proteinsynthese, indem es an die 30S-Untereinheit der Ribosomen bindet und die Anlagerung der Aminoacyl-tRNA-Moleküle an die ribosomale Akzeptorstelle (A-Site) verhindert.
Dadurch wird der Einbau von Aminosäureresten in wachsende Peptidketten verhindert.
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Handelsnamen
Österreich Tygacil
Deutschland Tygacil
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Anwendungsarten
i.v.
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Antibakterielles Spektrum
Enterococcus spp.,Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis, Staphylococcus haemolyticus,Streptococcus agalactiae, Streptokokken der Anginosus-Gruppe(einschließlich S.anginosu s, S.intermedius und S.constellatus ),Streptococcus pyogenes, Streptokokken der Viridans-Gruppe, Citrobacter freundii, Citrobacter koseri, Enterobacter aerogenes
Enterobacter cloacae, Escherichia coli, Klebsiella oxytoca, Klebsiella pneumoniae, Serratia marcescens, Bacteroides fragilis- Gruppe, Clostridium perfringens, Peptostreptococcus spp., Prevotella spp.
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Kreuzresistenz
Es existiert keine auf dem Angriffspunkt der Antibiotika beruhendeKreuzresistenz zwischen Tigecyclin und den meisten anderen Antibiotikaklassen.
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Indikationen
1) Komplizierte Haut- und Weichgewebsinfektionen
2) Komplizierte intraabdominelle Infektionen
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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Kinder
Anfangsdosis 100 mg gefolgt von 50 mg alle 12 Stunden über einen Zeitraum von 5 bis
14 Tagen.
Tygacil wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen, aufgrund des Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit
 
Dosierung bei schwerer Nierenfunktionsstörung
Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungenoder bei Hämodialyse-Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich
 
Dosierung bei schwerer Leberfunktionsstörung:
Bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh A und Child-Pugh B) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh C) sollte die Tygacil-
Dosis nach der Anfangsdosis von 100 mg auf 25 mg alle 12 Stunden reduziert werden. Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh C) sollten mit Vorsicht
behandelt und im Hinblick auf ein Ansprechen der Behandlung überwacht werden
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Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegen Antibiotika der Tetracyclin-Gruppe können überempfindlich gegen Tigecyclin sein.

relativ

Tigecyclin darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

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Nebenwirkungen
Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Gelegentlich: Abszess, Infektionen, Kopfschmerzen,Schwindel Anstieg der Leberenzyme,Bilirubinämue, Pruritus, Hautausschlag, Blutgerinnungsstörungen, lokale venöse Irritationen

Selten:akute Pankreatitis, Sepsis, Hypoproteinämie
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Interaktionen
Warfarin (25 mg als Einzeldosis) an gesunden Probanden führte zu einer Abnahme der Clearance von R-Warfarin und S-Warfarin. Dementsprechend sollten Blutgerinnungsparameter engmaschig
überwacht werden, wenn Tigecyclin gleichzeitig mit Antikoagulantien verabreicht wird, da Tigecyclin sowohl die Prothrombinzeit (PT) als auch die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) verlängern kann. Warfarin beeinflusst nicht das pharmakokinetische Profil von Tigecyclin.

In vitro ist Tigecyclin kein kompetitiver Hemmer der CYP-450-Enzyme. Bislang wurden keine weiteren Untersuchungen diesbezüglich durchgeführt. Somit kann eine Hemmung, die auf
diesem Mechanismus beruht, nicht ausgeschlossen werden

In In-vitro- Studien wurde kein Antagonismuszwischen Tigecyclin und anderen häufig eingesetzten Antibiotikagruppen beobachtet.
Die gleichzeitige Einnahme von Antibiotika und oralen Kontrazeptiva kann die Wirksamkeit der oralen Kontrazeptiva beeinträchtigen.
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Vorsichtsmaßnahmen
Die folgenden Wirkstoffe sollten nicht gleichzeitig über dasselbe Infusionsbesteck wie Tygacil verabreicht werden: Amphotericin B, Chlorpromazin, Methylprednisolon und Voriconazol.

Antibiotika der Glycylcyclin-Gruppe ähneln in ihrer Struktur denen der Tetracyclin-Gruppe. Tigecyclin kann zu ähnlichen Nebenwirkungen wie andere Tetracycline führen

Die Auswirkung der Cholestase auf die Pharmakokinetik von Tigecyclin wurde nicht ausreichend untersucht. Die biliäre Ausscheidung macht ungefähr 50 % der gesamten Tigecyclin-Ausscheidung aus. Daher sollten Patienten mit einer vorliegenden Cholestase engmaschig überwacht werden.

Die Prothrombinzeit oder andere geeignete Blutgerinnungsparameter sollten beim Patienten überwacht werden, wenn Tigecyclin zusammen mit Antikoagulantien verabreicht wird.

Im Zusammenhang mit nahezu allen Antibiotika ist über pseudomembranöse Colitis berichtet worden, deren Schweregrad von leicht bis lebensbedrohlich reichen kann. Deshalb ist es wichtig, diese Diagnose in Betracht zu ziehen, wenn bei Patienten während oder nach Anwendung von Antibiotika
Durchfälle auftreten.

Ergebnisse von Studien mit Tigecyclin an Ratten haben eine Verfärbung der Knochen gezeigt. Beim Menschen kann die Anwendung von Tigecyclin während des Zahnwachstums zu einer dauerhaften Zahnverfärbung führen. Tygacil sollte aufgrund einer möglichen Zahnverfärbung nicht bei Kindern unter 8 Jahren angewendet werden und wird aufgrund des Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht bei Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen
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Pharmakokinetik
Ausscheidung: 60% im Stuhl, 33% im Harn
Halbwertszeit: terminal ca.42h
Halbwertszeit bei gestörter Nierenfunktion: bei schwerer Nierenfunktionsstörung AUC um 30% erhöht
Halbwertszeit bei gestörter Leberfunktion: bei Plough C: Verlängerung der HWZ um ca.45%
Verteilung: 7 bis 9 l/kg
Dialysierbar: wird durch Hämodialyse nicht in
signifikanten Mengen eliminiert.
Absorption: Bioverfügbarkeit 100 %.

Verteilung
Gut
Mäßig
Schlecht
Knochenmark, Schilddrüse, Milz und Niere
 
Gewebe   

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Allgemeine Beurteilung
Tigecyclin ist ein neues Antibiotikum zur parenteralen antibakteriellen Therapie. Es handelt sich um den ersten Vertreter der Glycylcycline, die in Struktur und Wirkungsmechanismus Ähnlichkeiten mit Tetracyclinen aufweisen. Tigecyclin wirkt gegen grampositive und gramnegative Erreger, einschließlich solcher Stämme die gegen Tetrazykline oder andere Antibiotika resistent sind (u.a. MRSA, VRE und ESBL-produzierende Bakterien). Derzeit zugelassene Indikationen sind die komplizierte Haut- und Weichteilinfektion und die komplizierte intraabdominelle Infektion.
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