Glycylcyclin-Antibiotikum
Tigecyclin hemmt die Translation bei der bakteriellen Proteinsynthese, indem es an die 30S-Untereinheit der Ribosomen bindet und die Anlagerung der Aminoacyl-tRNA-Moleküle an die ribosomale Akzeptorstelle (A-Site) verhindert.
Dadurch wird der Einbau von Aminosäureresten in wachsende Peptidketten verhindert.
Enterococcus spp.,Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis, Staphylococcus haemolyticus,Streptococcus agalactiae, Streptokokken der Anginosus-Gruppe(einschließlich S.anginosu s, S.intermedius und S.constellatus ),Streptococcus pyogenes, Streptokokken der Viridans-Gruppe, Citrobacter freundii, Citrobacter koseri, Enterobacter aerogenes
Enterobacter cloacae, Escherichia coli, Klebsiella oxytoca, Klebsiella pneumoniae, Serratia marcescens, Bacteroides fragilis- Gruppe, Clostridium perfringens, Peptostreptococcus spp., Prevotella spp.
Es existiert keine auf dem Angriffspunkt der Antibiotika beruhendeKreuzresistenz zwischen Tigecyclin und den meisten anderen Antibiotikaklassen.
1) Komplizierte Haut- und Weichgewebsinfektionen
2) Komplizierte intraabdominelle Infektionen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegen Antibiotika der Tetracyclin-Gruppe können überempfindlich gegen Tigecyclin sein.
| relativ |
Tigecyclin darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. |
Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
Gelegentlich: Abszess, Infektionen, Kopfschmerzen,Schwindel Anstieg der Leberenzyme,Bilirubinämue, Pruritus, Hautausschlag, Blutgerinnungsstörungen, lokale venöse Irritationen
Selten:akute Pankreatitis, Sepsis, Hypoproteinämie
Warfarin (25 mg als Einzeldosis) an gesunden Probanden führte zu einer Abnahme der Clearance von R-Warfarin und S-Warfarin. Dementsprechend sollten Blutgerinnungsparameter engmaschig
überwacht werden, wenn Tigecyclin gleichzeitig mit Antikoagulantien verabreicht wird, da Tigecyclin sowohl die Prothrombinzeit (PT) als auch die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) verlängern kann. Warfarin beeinflusst nicht das pharmakokinetische Profil von Tigecyclin.
In vitro ist Tigecyclin kein kompetitiver Hemmer der CYP-450-Enzyme. Bislang wurden keine weiteren Untersuchungen diesbezüglich durchgeführt. Somit kann eine Hemmung, die auf
diesem Mechanismus beruht, nicht ausgeschlossen werden
In In-vitro- Studien wurde kein Antagonismuszwischen Tigecyclin und anderen häufig eingesetzten Antibiotikagruppen beobachtet.
Die gleichzeitige Einnahme von Antibiotika und oralen Kontrazeptiva kann die Wirksamkeit der oralen Kontrazeptiva beeinträchtigen.
Die folgenden Wirkstoffe sollten nicht gleichzeitig über dasselbe Infusionsbesteck wie Tygacil verabreicht werden: Amphotericin B, Chlorpromazin, Methylprednisolon und Voriconazol.
Antibiotika der Glycylcyclin-Gruppe ähneln in ihrer Struktur denen der Tetracyclin-Gruppe. Tigecyclin kann zu ähnlichen Nebenwirkungen wie andere Tetracycline führen
Die Auswirkung der Cholestase auf die Pharmakokinetik von Tigecyclin wurde nicht ausreichend untersucht. Die biliäre Ausscheidung macht ungefähr 50 % der gesamten Tigecyclin-Ausscheidung aus. Daher sollten Patienten mit einer vorliegenden Cholestase engmaschig überwacht werden.
Die Prothrombinzeit oder andere geeignete Blutgerinnungsparameter sollten beim Patienten überwacht werden, wenn Tigecyclin zusammen mit Antikoagulantien verabreicht wird.
Im Zusammenhang mit nahezu allen Antibiotika ist über pseudomembranöse Colitis berichtet worden, deren Schweregrad von leicht bis lebensbedrohlich reichen kann. Deshalb ist es wichtig, diese Diagnose in Betracht zu ziehen, wenn bei Patienten während oder nach Anwendung von Antibiotika
Durchfälle auftreten.
Ergebnisse von Studien mit Tigecyclin an Ratten haben eine Verfärbung der Knochen gezeigt. Beim Menschen kann die Anwendung von Tigecyclin während des Zahnwachstums zu einer dauerhaften Zahnverfärbung führen. Tygacil sollte aufgrund einer möglichen Zahnverfärbung nicht bei Kindern unter 8 Jahren angewendet werden und wird aufgrund des Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht bei Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen

Tigecyclin ist ein neues Antibiotikum zur parenteralen antibakteriellen Therapie. Es handelt sich um den ersten Vertreter der Glycylcycline, die in Struktur und Wirkungsmechanismus Ähnlichkeiten mit Tetracyclinen aufweisen. Tigecyclin wirkt gegen grampositive und gramnegative Erreger, einschließlich solcher Stämme die gegen Tetrazykline oder andere Antibiotika resistent sind (u.a. MRSA, VRE und ESBL-produzierende Bakterien). Derzeit zugelassene Indikationen sind die komplizierte Haut- und Weichteilinfektion und die komplizierte intraabdominelle Infektion.
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