POSACONAZOL
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Wirkungsspektrum Indikationen
Dosierung Kontraindikationen Nebenwirkungen
Vorsichtsmaßnahmen Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung
Applikation    
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung
Breitspektrum-Antimykotikum, Triazol-Derivat,
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Wirkmechanismus
Azol-Derivat mit fungizider Wirkung durch Hemmung der Lanosterol-14α-Demethylase (CYP51), das als Katalysator eines wesentlichen Schritts bei der Ergosterolbiosynthese wirkt.
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Handelsnamen
Österreich Noxafil
Deutschland Noxafil
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Anwendungsarten
Suspension zur oralen Anwendung,
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Wirkungsspektrum
Breitspektrum-Antimykotikum

In-vitro-Aktivität gegen Pilze (z.B. Aspergillus-Spezies, Fusarien, diverse Candida-Spezies)

Hohe Ansprechraten bei Aspergillose in der Second-Line-Therapie, Ansprechen auch bei Fusariose, Chromoblastomykose/Myzetom, Kokzidioidomykose

Gute Wirksamkeit in der antimykotischen Prophylaxe, Überlebensvorteil gegenüber der bisher zugelassenen Vergleichstherapie mit Fluconazol/Itraconazol bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie oder myelodysplastischem Syndrom

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Applikation
Antimykotikum zur systemischen Anwendung
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Indikationen
Therapie invasiver Mykosen (Aspergillose, Fusariose, Chromoblastomykose/Myzetom, Kokzidioidomykose) bei erwachsenen Patienten, die therapieresistent sind, oder bei Unverträglichkeit zuvor eingesetzter Antimykotika

Zur Prophylaxe invasiver Mykosen:

bei Patienten, die eine Remissions-induzierende Chemotherapie bei akuter myeloischer Leukämie (AML) oder myelodysplastischen Syndromen (MDS) erhalten, die erwartungsgemäß zu einer längerfristigen Neutropenie führt, und bei denen ein hohes Risiko für die Entwicklung invasiver Mykosen besteht;

bei Empfängern einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT), die eine Hochdosis Immunsuppressions-Therapie bei einer Graft-versus-Host Disease erhalten und bei denen ein hohes Risiko für die Entwicklung invasiver Mykosen besteht.

Als Therapie der ersten Wahl bei oropharyngealer Candidose bei Patienten, die eine schwere Erkrankung haben oder immunsupprimiert sind und bei denen ein schwaches Ansprechen auf eine topische Therapie erwartet wird

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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Kinder
zweimal täglich 400 mg zusammen mit Nahrungsaufnahme
Die Verträglichkeit
und die Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen
unter 18 Jahren sind nicht belegt.
Daher wird Posaconazol nicht für die
Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren
empfohlen.
 
Dosierung bei schwerer Nierenfunktionsstörung
Im Falle einer Nierenfunktionsstörung ist keine
Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Posaconazol
zu erwarten und es wird keine Dosisanpassung empfohlen
 
Dosierung bei schwerer Leberfunktionsstörung:
Bei schwerer Leberfunktionsstörung wurde ein Anstieg der Exposition beobachtet, der bei diesen Patienten mit einer
Verlängerung der Halbwertzeit assoziiert war (26,6 bei leichter, 35,3 bei mittelschwer und 46,1 Stunden bei schwerer Leberfunktionsstörung im Vergleich zu 22,1 Stunden bei Patienten mit uneingeschränkter Leberfunktion).
Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung
wird von einem Anstieg der AUC im Steady State um den Faktor 2
ausgegangen. Aufgrund der begrenzten pharmakokinetischen Daten bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist bei der Anwendung
von Posaconazol bei diesen Patienten Vorsicht geboten, da die möglicherweise verlängerte Halbwertzeit zu einer erhöhten
Exposition führt.
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Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den arzneilich wirksamen Bestandteil oder einen der sonstigen Bestandteile. Gleichzeitige Anwendung von Mutterkornalkaloiden Gleichzeitige Anwendung der CYP3A4-Substrate Terfenadin, Astemizol, Cisaprid, Pimozid,
Halofantrin oder Chinidin, Gleichzeitige Anwendung der HMG-CoAReduktase-Inhibitoren Simvastatin, Lovastatin
und Atorvastatin

absolut Posaconazol darf in der Schwangerschaft
nicht angewendet werden.

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Nebenwirkungen
Häufigste Nebenwirkungen in klinischen Studien bisher: Übelkeit (6%), Kopfschmerzen (6%)

Therapiebedingte schwerwiegende UE: veränderte Konzentrationen anderer Arzneimittel, erhöhte Leberwerte, Übelkeit, Hautausschlag, Erbrechen (jeweils 1%)

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Vorsichtsmaßnahmen
In klinischen Studien wurden unter der Therapie mit Posaconazol hepatische Reaktionen (beispielsweise ein leichter bis mäßiger Anstieg der Werte für ALT, AST, alkalische Phosphatase und Gesamtbilirubin) beschrieben. Ein Absetzen von Posaconazol ist zu erwägen, wenn die klinische Symptomatik auf die Entwicklung einer Lebererkrankung hinweist.
Posaconazol darf bei Patienten mit proarrhythmischen Faktoren wie den folgenden nur mit Vorsicht angewendet werden: angeborene oder erworbene QTc-Verlängerung, Kardiomyopathie, insbesondere bei Vorliegen einer Herzinsuffizienz´, Sinusbradykardie, bestehende symptomatische Arrhythmien, gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängern
Rifabutin:
Die gleichzeitige Anwendung mit Posaconazol ist zu vermeiden, außer wenn der Nutzen für den Patienten das Risiko überwiegt
Rifamycin-Antibiotika (Rifampicin, Rifabutin), bestimmte Antiepileptika (Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital, Primidon) und Cimetidin: Die Posaconazol-Konzentration kann bei einer Kombination erheblich vermindert sein; daher ist die gleichzeitige Anwendung mit Posaconazol zu vermeiden, außer wenn der Nutzen für den Patienten das Risiko überwiegt
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Pharmakokinetik
Ausscheidung: hepatische Metabolisierung, hauptsächlich fäkale Ausscheidung

Halbwertszeit: Mittlere Halbwertszeit von 35 Stunden
Verteilung: hohes Verteilungsvolumen (1.774 Liter)
Dialysierbar: durch eine Hämodialyse nicht aus dem Organismus eliminiert.
Absorption: Resorptionszeit tmax ca. 5 Stunden, AUC steigt mit Nahrungsaufnahme um das 2-4fache

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Allgemeine Beurteilung
Posaconazol ist ein Azol-Antimykotikum, das zur oralen Therapie invasiver Pilzerkrankungen angeboten wird. Es wird langsam aus dem Magendarm-Trakt resorbiert, die Tagesdosis muss in zwei Einzeldosen bei Einnahme zusammen mit Nahrung bzw. vier Einzeldosen bei nüchterner Einnahme aufgeteilt werden. Posaconazol ist zur Therapie von invasiver Aspergillose, Fusariose, Chromoblastomykose und Kokzidioidomykose zugelassen, wenn die Erkrankung sich als therapieresistent oder die Standardtherapie sich als unverträglich erwiesen hat. Arzneimittelinteraktionen durch Hemmung des oxidativen Stoffwechsels müssen beachtet werden.
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