VORICONAZOL
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Wirkungsspektrum Kreuzresistenz
Indikationen Dosierung Kontraindikationen
Nebenwirkungen Interaktionen Pharmakokinetik
Allgemeine Beurteilung    
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung
– Breitspektrum-Antimykotikum aus der Klasse der Triazole
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Wirkmechanismus
Triazol-Derivate wie Voriconazol und Itraconazol bewirken bei der Umwandlung von Lanosterol in Ergosterol durch das Enzym 14-a-Demethylase eine Hemmung der Ergosterol-Biosynthese. Dieser Reaktionsschritt ist abhängig von der Zytochrom P 450 - Enzymaktivität. Durch eine Verarmung an Ergosterol wird die Zellmembran der Pilzzelle geschädigt. Die Wirkung ist unterschiedlich für die verschiedenen Pilzspezies, für Sprosspilze (eher) fungistatisch und für Aspergillus-Spezies (eher) fungizid.
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Handelsnamen
Österreich Vfend
Deutschland Vfend
Schweiz Vfend
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Anwendungsarten
– oral
– i.v. (Infusion)
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Wirkungsspektrum
Empfindliche Erreger sind:
– alle Candida spp. (wie C. albicans, C. glabrata, C. krusei, C. tropicalis, C. parapsilosis u. a.)
– Cryptococcus neoformans
– Schimmelpilze wie Aspergillus spp. (A. fumigatus, A. niger, A. terreus, A. flavus);
– dimorphe Pilze wie Blastomyces dermatitidis, Coccidioides immitis, Paracoccidioides brasiliensis und Histoplasma capsulatum
– seltenere humanpathogene Pilze wie Fusarium Spezies, Trichosporon Spezies, Penicillium marneffei, Scedosporium inflatum, Pseudallescheria boydii oder Acremonium kiliense
– Schwärzepilze wie Cladiophialophora bantiana oder Exophilia dermatitidis und diverse Dermatophyten.

Resistente Erreger sind:
– Sporothrix schenckii, Zygomyceten wie Mucor spp. oder Absidia corymbifera, Paecilomyces variotii und Scedosporium prolificans.
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Kreuzresistenz
Angaben zu Resistenzen oder einer in vitro - Empfindlichkeitstestung liegen noch nicht vor.
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Indikationen
– Invasive Aspergillose
– Fluconazol-resistente, schwere invasive Candida-Infektionen
– Schwere Pilzinfektionen, hervorgerufen durch Scedosporium spp. und Fusarium spp. und andere Schimmelpilze
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Dosierung
Standarddosierung
Die empfohlenen oralen Dosierungen liegen derzeit bei 2 x 200 mg (3 - 4 mg/kg 2 x täglich bei i. v. - Gabe) bzw. bei 2 x 100 mg (= 200 mg/d) bei einem Gewicht < 40 kg in der Erhaltungstherapie, wobei eine loading dose am Tag 1 empfohlen wird (bei i. v. - Gabe 2 x täglich 6 mg/kg, gefolgt von 2 x täglich 3 - 4 mg/kg).
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Kontraindikationen
– Schwangerschaft, Laktationsperiode, Kinder <1 Jahr, schwere Leberfunktionsstörung, Überempfindlichkeit

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Nebenwirkungen
– gastrointestinale Störungen (Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall), Hautausschläge, Fieber, Anstieg der alkalischen Phosphatase
– passagere Sehstörungen
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Interaktionen
– ähnlich denen von anderen Triazolen wie Fluconazol oder Itraconazol.
– Wechselwirkungen mit: Astemizol, langwirkende Barbiturate, Carbamazepin, Cisaprid, Pimozid, Quinidin, Rifampicin, oder Terfenadin werden beschrieben, so dass diese Substanzen nicht mit Voriconazol kombiniert werden sollten.
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Pharmakokinetik
Ausscheidung: – extrarenal (biliär)
– weniger als 5 % in unveränderter Form im Urin.
Halbwertszeit: – ca. 6 - 9 Std.
– Serumspitzenspiegel werden in 1 - 2 Stunden erreicht mit Cmax von ca. 2 - 5 µg/ml nach oraler Gabe von 2 x 200 mg bei normaler Nierenfunktion.
Verteilung: Verteilung in Liquor (ca. 50 % der korrespondierenden Serumspiegel) und Speichel (ca. 65 %). Gute Gewebegängigkeit in Leber und Milz.
Absorption: orale Bioverfügbarkeit bis über 90 %

– Orale und i. v. - Applikation möglich, da unabhängig vom Magen - pH schnelle und gute Resorption (ca. 90 %).
– Gleichzeitige Nahrungsaufnahme reduziert die Resorption um ca. 20 %, so dass die orale Einnahme 1 - 2 Stunden nach der Mahlzeit empfohlen wird.

– Plasmaeiweißbindung liegt bei ca. 58 %.
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Allgemeine Beurteilung
Sehr effektives Breitspektrum-Antimykotikum mit hervorragender oraler Bioverfügbarkeit, das primär indiziert ist für die Behandlung von schweren Pilzinfektionen bei immunkomprimierten Patienten.
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