Protozoen-Infektion durch
Entamoeba histolytica oder Entamoeba dispar, führt zu Durchfall, Ulzerationen des Darms und ev. zu Abszessen (vor allem der Leber).
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Entamoeba histolytica
- Entamoeba dispar
Ätiologie
Infektion durch Protozoen-Zysten, die über Wochen in der Umwelt überleben können. Oft asymptomatisch ohne Invasion der Darmmukosa (Zystenträger).
Inzidenz:
weltweite Verbreitung, in warmen Ländern endemisch. Die invasive Erkrankung betrifft 50 Mio. Menschen jährlich, ca. 100.000 Todesfälle jährlich.
Risikofaktoren:
In Entwicklungsländern:
kontaminiertes Wasser, mangelnde sanitäre Einrichtungen.
Risikogruppen in den Industriestaaten:
Homosexuelle und institutionalisierte Patienten.
Infektion durch Trinkwasser oder Nahrung (Gemüse), Chlor zerstört die Zysten nicht (Wasser abkochen).
Variable Inkubationszeit:
zumeist erste Symptome 3 Wochen nach Zysteningestion.
Nichtinvasive Erkrankung:
mildes Erscheinungsbild mit Durchfällen
Invasive Erkrankung:
krampfartige abdominelle Schmerzen mit blutig-schleimigen Durchfällen, ein Drittel der Patienten entwickelt Fieber, selten fulminantes Bild mit Peritonitis, Darmperforation und toxischem Megacolon, Entwicklung von Amöbomen (granulomatöse Entzündung) bei chronisch-rezidivierendem Verlauf
Leberabszess:
Fieber, Schmerzen im rechten Oberbauch, Ruptur kann zu Peritonits oder Empyem führen
Blutige Stühle, mikroskopischer Nachweis von Zysten oder Trophozoiten im Stuhl, Antikörper-Nachweis bei invasiver Form, im Aspirat des Leberabszesses oft kein Nachweis, da Erreger in der Abszesswand lebt. Ultraschall oder Abomen-CT zum Nachweis des Leberabszesses (zumeist rechter Lappen, oberes posteriores Segment)
- M. Crohn/Colitis ulcerosa
- Diverticulitis
- N. coli
bei Leberbeteiligung:
- Hepatom
- Echinokokkose
- Cholecystitis
Metronidazol (3 x 750 bzw. 500 mg/d i.v. oder oral über 5–10 Tage),
ev. gefolgt von einem Darmlumen-Amöbizid zur Rezidivprophylaxe:
Paromomycin 3 x 500 mg/d p.o. über 7 Tage) oder Diloxanidfuroat (3 x 500 mg/d p.o. über 10 Tage).
Bei Leberabszess entsprechend längere Therapiedauer, Abszess > 12 cm sollte drainiert werden.
- Toxisches Megacolon
- Amöbom
- Hirnbeteiligung
Bei Patienten mit Durchfall, Atemnot und pleuritischen Schmerzen an rupturierten Leberabszess denken.
Prävention durch Abkochen des Trinkwassers, sorgfältiges Waschen /Schälen von Obst und Gemüse, Vermeidung von faeko-oralem Kontakt bei sexuellen Aktivitäten.
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