– Malaria-ähnliche Protozoenerkrankung bei Wild- und Haustieren, die durch Zecken (Ixodes) übertragen wird.
– Gelegentlich erkranken auch Menschen
"Piroplasmen"-Arten mit unterschiedlichen Wirten:
– Babesia microti (Nager),
– Babesia divergens (Rind, Nager),
– Babesia canis (Hund),
– Babesia bigemina (Rind)
– Weltweite Verbreitung in Zeckengebieten;
– Vorkommen in den USA entlang der NO-Küste (B. microti), an der Pazifikküste der USA (B. gibsoni);
– seltene aber sicher dokumentierte Einzelfälle in Europa u.a. in Deutschland, Frankreich, Spanien, England, Irland, Schweden (B. divergens, B. bovis)
– durch Stich von Schildzecken der Gattung Ixodes (B. microti, B. divergens) bzw. anderer (B. canis, B. bigemina);
– Übertragung der Parasiten mit dem Speichel; Eindringen in Erythrozyten und intrazytoplasmatische Vermehrung mit nachfolgender Erythrolyse;
nach 1 - 2 Wochen Bildung von Gamonten, die nach Wiederaufnahme durch eine saugende Zecke im Zeckendarm eine geschlechtliche Vermehrung (Gametogonie) initiieren; in der Speicheldrüse der Zecken dann erneut Bildung von übertragungsbereiten Sporozoiten
a) akuter Verlauf:
B. divergens und B. bovis:
– bei splenektomierten Patienten schwere Erkrankung mit Fieber, Schüttelfrost, Ikterus, Proteinurie, Hämoglobinurie; unbehandelt meist tödlich verlaufend.
b) chronisch-latenter Verlauf:
B. microti: bei gesunden oder immungeschwächten Personen
1-4 Wochen (bis zu 1 Jahr) nach Zeckenstich langsamer Beginn mit Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen. Dauer Wochen bis Monate. Bei intakter Milz meist selbstlimitierend.
– Bei beiden Formen kann sich jedoch ein der Malaria ähnliches Krankheitsbild entwickeln: initial Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Brechreiz, Pulsbeschleunigung, Glieder-Rückenschmerzen und/oder hämolytisch-urämisches Erscheinungsbild; Koma; Tod durch Hirn- oder Nierenversagen innerhalb von Stunden.
– Zahlreiche serologische Nachweise bei ansonsten gesunden Patienten weisen auf eine hohe Dunkelziffer milderer/asymptomatischer Infektionen hin.
– Durch geeignete Kleidung sich vor Zecken schützen, Repellentien
– Mikroskopischer Babesien-Nachweis im "Dicken Tropfen" bei chronisch-latentem Verlauf oder im Giemsa-Ausstrich-Präparat: intraeryzytäre Parasiten ("Malteserkreuz-Formation")
– Serologie: Antikörper ab 2. bis 4. Woche
– PCR
– Bei mildem Verlauf symptomatisch
– Bei schweren Verläufen 2-3maliger Blutaustausch von 1 - 1,5 l Blut; Kombinationstherapie
Clindamycin mit
Chinin
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