Taeniasis
– Bei Taenia saginata (Rinderfinnenbandwurm), Taenia solium (Schweinefinnenbandwurm) und Diphyllobothrium latum (Fischfinnenbandwurm)
Niclosamid in einmaliger Dosis; bei Hymenolepis nana (Zwergbandwurm) Dos.: 2 g am 1. Tag, dann 1 g/die x 6 Tage (evtl. Behandlung 1–2x wiederholen, da sehr hartnäckig)
–
Mebendazol Dos.: 2x 2–3 Tbl. (100 mg) x 3 Tage
–
Praziquantel
Bei Taenia saginata, T. solium und Diphyllobothrium pacificum (Südamerikanischer Fischfinnenbandwurm) einmalige Dosis von 10 mg/kg KG; bei Hymenolepis nana einmalig 15 mg/kg KG
Zystizerkose
Praziquantel
Bis vor kurzem galt chirurgisches Vorgehen, soweit Zysten operativ erreichbar, als einzig mögliche Kausaltherapie. Neuerdings aussichtsreiche medikamentöse Behandlung mit dem Anthelminthikum Praziquantel. Insbesondere bei bedrohlichen Formen zerebraler Zystizerkose wurden überzeugende Therapieerfolge beobachtet. Unter der Behandlung auftretende Nebenwirkungen wie Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen und Meningismus bzw. Symptome zunehmenden Hirndrucks offenbar nicht dem Medikament selbst anzulasten, sondern Folge von Zerstörung der Zysten mit Freiwerden von Fremdeiweiß und resultierender entzündlicher Reaktion (bei ungesicherter Diagnose auch als differentialdiagnostischer Hinweis zu verwerten). Obwohl die Reaktionen durch Kortikosteroidgaben unterdrückt werden können, sollte eine Neurozystizerkose stets unter stationären Bedingungen in einer entsprechend erfahrenen Spezialabteilung mit Praziquantel therapiert werden. Kontraindiziert ist Behandlung einer okulären Zystizerkose mit Praziquantel.