BANDWURMBEFALL
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Prophylaxe Diagnostik Therapie
Handelspräparate aus dem Pharmaangebot    
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Taenia saginata, Scolex
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
Taenia pisiforme, Scolex. Hakenkranz ähnlich
dem der T. solium
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
   
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Synonyme
Taeniasis / Zystizerkose, Bandwurmbefall
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Definition
Taeniasis:
Befall der Menschen durch Bandwürmer.

Zystizerkose:
Befall des Menschen mit Larven (Zystizerken) des Schweinefinnenbandwurms (T. solium) nach oraler Aufnahme von Eiern.
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Erreger
Taenia saginata (Rinderfinnenbandwurm)
Taenia solium (Schweinefinnenbandwurm)
Diphyllobothrium latum (Fischfinnenbandwurm)
Diphyllobothrium pacificum (Südamerikanischer Fischfinnenbandwurm)
Hymenolepis nana (Zwergbandwurm)
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Epidemiologie
(Details siehe bei den einzelnen Parasiten)
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Übertragung
Taeniasis:
Aufnahme von Finnen (Zystizerken) in rohem Fleisch von Rind (T. saginata) oder Schwein (T. solium)

Zystizerkose:
Aufnahme von Bandwurm-Eiern von T. solium (Schmutzinfektion durch infizierten Kot des Endwirts); bei Bandwurmträgern Exo-Autoinfektion möglich. Die Eier entwickeln sich zu Larven (Zystizerken), die sich in Organen absiedeln können.
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Inkubationszeit
T. saginata
– Eier bzw. Proglottiden erscheinen im Stuhl 10-14 Wochen nach Infektion mit T. saginata

T. solium
– Eier bzw. Proglottiden erscheinen beim Menschen im Stuhl 10-14 Wochen nach Infektion
– Im Schwein als Zwischenwirt entwickeln sich die Finnen (Cysticercus cellulosae) in 2-3 Monaten zur Infektionsreife
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Klinik
– Bandwurm-Infektionen verlaufen häufig symptomlos
– Gelegentlich milde gastrointestinale Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Abmagerung, Anämie.
– Taenia solium kann im Menschen Finnenstadium durchlaufen: Zystizerkose. Absiedlung in Organen; lebensgefährlich, wenn im Gehirn
– Krankheitsbild: Störungen im ZNS (Neurozystizerkose), Befall des Auges (okuläre Zystizerkose) und der Haut, des Herzens und der Skelettmuskulatur.
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Prophylaxe
– Kochen und Tiefgefrieren des Fleisches (-20° C für mindestens 24 h)
– Verbesserung der Hygiene und der Schlachttieruntersuchung
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Diagnostik
Blut: inkonstante Eosinophilie
Stuhl: Nachweis der Proglottiden. Bei Verdacht auf Zystizerkose immunologische Untersuchungen (KBR, indirekte Agglutination)
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Therapie
Taeniasis
– Bei Taenia saginata (Rinderfinnenbandwurm), Taenia solium (Schweinefinnenbandwurm) und Diphyllobothrium latum (Fischfinnenbandwurm) Niclosamid in einmaliger Dosis; bei Hymenolepis nana (Zwergbandwurm) Dos.: 2 g am 1. Tag, dann 1 g/die x 6 Tage (evtl. Behandlung 1–2x wiederholen, da sehr hartnäckig)
Mebendazol Dos.: 2x 2–3 Tbl. (100 mg) x 3 Tage
Praziquantel
Bei Taenia saginata, T. solium und Diphyllobothrium pacificum (Südamerikanischer Fischfinnenbandwurm) einmalige Dosis von 10 mg/kg KG; bei Hymenolepis nana einmalig 15 mg/kg KG

Zystizerkose
Praziquantel
Bis vor kurzem galt chirurgisches Vorgehen, soweit Zysten operativ erreichbar, als einzig mögliche Kausaltherapie. Neuerdings aussichtsreiche medikamentöse Behandlung mit dem Anthelminthikum Praziquantel. Insbesondere bei bedrohlichen Formen zerebraler Zystizerkose wurden überzeugende Therapieerfolge beobachtet. Unter der Behandlung auftretende Nebenwirkungen wie Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen und Meningismus bzw. Symptome zunehmenden Hirndrucks offenbar nicht dem Medikament selbst anzulasten, sondern Folge von Zerstörung der Zysten mit Freiwerden von Fremdeiweiß und resultierender entzündlicher Reaktion (bei ungesicherter Diagnose auch als differentialdiagnostischer Hinweis zu verwerten). Obwohl die Reaktionen durch Kortikosteroidgaben unterdrückt werden können, sollte eine Neurozystizerkose stets unter stationären Bedingungen in einer entsprechend erfahrenen Spezialabteilung mit Praziquantel therapiert werden. Kontraindiziert ist Behandlung einer okulären Zystizerkose mit Praziquantel.
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